Immo-Irrsinn an der Goldküste
Schmucklose 7-Zimmer-Villa steht für 4,2 Millionen Franken zum Verkauf

In Herrliberg ZH wird ein Haus aus den 1950er-Jahren verkauft. 4,2 Millionen Franken soll es kosten. Renoviert wurde die Liegenschaft schon länger nicht mehr. Und doch dürfte sie bald verkauft sein. Denn solche Goldküsten-Grundstücke kommen nur selten auf den Markt.
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Dieses 7-Zimmer-Haus in Herrliberg ZH wird verkauft.
Foto: Screenshot Walde

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Herrliberg ZH: Einfaches Haus für 7 Millionen CHF steht zum Verkauf
  • Hohes Entwicklungspotenzial: Ausbau um zwei Dachgeschosse möglich
  • Grundstück: 831 Quadratmeter, Baujahr 1956, 165 Quadratmeter Wohnfläche
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Die Gemeinde Herrliberg ZH liegt im Herzen der noblen Goldküste. Die Wohnlage ist top. Die tiefen Steuern, die Nähe zu Zürich und die hohe Lebensqualität am See ziehen Vermögende an – SVP-Übervater Christoph Blocher (85) lebt seit vielen Jahren dort. Entsprechend hoch sind die Preise für Immobilien oder Grundstücke. Die Nachfrage ist weit grösser als das Angebot, der Markt entsprechend ausgetrocknet. Das führt dazu, dass für die wenigen Objekte, die überhaupt auf den Markt kommen, hohe Preise aufgerufen werden.

Neustes Beispiel: Ein 7-Zimmer-Haus mit Baujahr 1956. 4,2 Millionen Franken verlangt Luxusmakler Walde aus Zollikon ZH für das einfache Gebäude mit einer Wohnfläche von 165 Quadratmetern. Es liegt auf einem 831 Quadratmeter grossen Grundstück, «in einer idyllischen Sackgasse», wie es in der Annonce heisst. Und: «Eingebettet in eine ruhige und grüne Umgebung geniessen Sie eine wunderschöne Seesicht sowie die Nähe zur Natur», schwärmt der Makler. Und lobt den «lichtdurchfluteten Wohn- und Essbereich» mit seinem «angenehmen Raumgefühl», sowie den Garten, Terrasse und Doppelgarage. 

Luxus? Fehlanzeige!

Tönt verlockend. Aber Luxus? Fehlanzeige. Eine einfache Küche, ein nüchternes Bad. Wer 4,2 Millionen Franken für ein Haus in der Nobel-Gemeinde Herrliberg ausgibt, der dürfte höhere Ansprüche haben. Das weiss auch der Makler. «Küche, Schlafzimmer und Bäder bieten vielseitige Gestaltungsmöglichkeiten, während die Liegenschaft insgesamt mit viel Substanz und attraktivem Entwicklungspotenzial überzeugt», heisst es in der Verkaufsdokumentation. Interessenten wissen: Das geht noch einmal kräftig ins Geld.

Die Chancen sind aber gross, dass kurz nach Unterzeichnung des Kaufvertrages ohnehin die Bagger auffahren – und ein deutlich grösserer und höherer Neubau hochgezogen wird. Der Verkäufer hebt die Ausbaureserven hervor. «Neben einer Erweiterung der bestehenden Wohnfläche besteht die Möglichkeit, das Gebäude um bis zu zwei zusätzliche Dachgeschosse aufzustocken», heisst es. «Dadurch könnten weitere Wohnräume mit beeindruckender Seesicht entstehen.» Das zeigt: Eigentlich gehts nur ums Grundstück an bester Lage, auf dem viel mehr möglich ist.

Auch hier fahren bald die Bagger auf

Ähnlich ist die Ausgangslage ein paar Kilometer seeabwärts in Küsnacht ZH. Dort steht ein 6,5-Zimmer-Haus mit Baujahr 1933 zum Verkauf. 7,5 Millionen Franken sind für das einfache Gebäude mit einer Wohnfläche von 163 Quadratmetern ausgerufen. Doch wer so viel für ein Haus in der Nobel-Gemeinde Küsnacht ausgibt, der dürfte nicht im in die Jahre gekommenen Bau leben wollen. Und lieber noch einmal eine beträchtliche Summe für einen Neubau aufwerfen.

Auch in der Nachbargemeinde Zollikon ZH wird ein 7,5-Zimmer-Haus für 7 Millionen Franken verkauft. Für den stolzen Preis bekommt man ein schmuckloses Haus mit Baujahr 1956 und einer Wohnfläche von 188 Quadratmetern. Doch auch hier können Käufer richtig gross denken. «Besonders attraktiv ist das aussergewöhnliche Entwicklungspotenzial: 188 Quadratmeter Wohnfläche bestehen heute, 466 Quadratmeter sind realisierbar», heisst es in der Annonce.


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