Immer mehr weibliche CFOs
Frauen erobern die Finanzspitzen von Schweizer Unternehmen

In den Teppichetagen der Schweizer Firmen sind Frauen immer noch unterrepräsentiert. Doch in einem Ressort steigt die Zahl seit einigen Jahren deutlich an.
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Für Géraldine Picaud (l.) von SGS und Ricarda Demarmels (M.) von Emmi war der CFO-Job das Sprungbrett zum CEO-Posten. Anna Manz verantwortet die Finanzen bei Nestlé.
Foto: Reto Albertalli, Anne Gabriel-Jürgens, William Gammuto / BILANZ-Montage

Darum gehts

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Anne-Barbara Luft
Bilanz

Seit Anfang dieses Jahres ist Valentina Ficaio neue Finanzchefin der Adecco Group. Sie ist mit dem Ziel angetreten, die Schulden des Zürcher Personaldienstleisters bis Ende 2027 deutlich zu verringern. Auch beim Pharmakonzern Siegfried, der Immobilienfirma Swiss Prime Site und Tecan, einem Unternehmen für Labortechnik, gab es in den vergangenen Monaten einen CFO-Wechsel. In allen drei Fällen wurde die Stelle neu mit einer Frau besetzt.

Seit 2022 nimmt die Zahl der Finanzchefinnen bei kotierten Schweizer Unternehmen deutlich zu. Bei vielen Grosskonzernen, so auch beim Lebensmittelriesen Nestlé, wo Anna Manz das Geld kontrolliert, haben Frauen die Macht über die Finanzen. Gleichzeitig bleibt die Zahl der weiblichen CEOs anhaltend tief.

Artikel aus der «Bilanz»

Dieser Artikel wurde erstmals in der «Bilanz» publiziert. Weitere spannende Artikel findest du unter bilanz.ch.

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CFOs können aktiv mitgestalten

Claudia Schneider, die bei Heidrick & Struggles auf die Suche nach CFOs spezialisiert ist, hat die Entwicklung bei den 100 grössten Unternehmen der Schweiz analysiert. Ein Grund für den Zuwachs: Der CFO-Posten bietet einen objektiven Karrierepfad, basierend auf Kompetenzen wie Accounting, Controlling oder M&A. «Das ist eine Rolle, bei der es ganz klare Leistungskennzahlen gibt und der Karriereweg sehr stringent ist», sagt Schneider. Frauen fühlen sich in dieser Position sicherer, weil sie die geforderten Kriterien messbar erfüllen.

Hinzu kommt die strategische Rolle als Co-Pilotin des CEO. Viele Frauen schätzen es laut Schneider, das Geschäft mitzugestalten, bevorzugen aber die Position im Hintergrund: «Sie sind Teil der Geschäftsführung, stehen aber nicht immer im Rampenlicht.»

Der Trend entfaltet eine hohe Strahlkraft. Weibliche CFOs achten in ihren Teams gezielt auf Diversität und ziehen oft das weibliche Netzwerk nach. Die CFO-Rolle dient dabei auch als Sprungbrett: Rund 26 Prozent der CEOs im DACH-Raum haben eine Finanzvergangenheit. Prominente Schweizer Beispiele zeigen, dass dieser Schritt gelingen kann. Ricarda Demarmels rückte bei Emmi vom CFO- auf den Chefposten vor. Auch Géraldine Picaud übernahm bei SGS die CEO-Rolle, nachdem sie dort als Finanzchefin gewirkt hatte.

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