Höherer Lohn, tiefere Abgaben – «Wie kriegen die das hin?»
Deutsche staunen über die starke Schweizer Wirtschaft

Der grosse Nachbar im Norden schaut neidisch auf unsere Wirtschaft. Während Deutschland mit Bürokratie und Krisen kämpft, setzt die Schweiz auf Innovation und solide Finanzen – und liegt bei Löhnen und Wirtschaftskraft deutlich vor den deutschen Konkurrenten.
Kommentieren
1/5
Die «Bild» fragt sich staunend, warum die Schweizer Wirtschaft so stark ist ...
Foto: Screenshot

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweizer Wirtschaft wächst 1,4 %, Deutschlands nur 0,2 %, laut «Bild»
  • Durchschnittsbruttojahreslohn: Schweiz 107'500 CHF, Deutschland 66'700 Euro
  • Steuer- und Abgabenlast 2025: Schweiz 23 %, Deutschland 49,3 %
Patrik_Berger_Redaktor Wirtschaft Desk_Ringier Blick_1-Bearbeitet.jpg
Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Das tut uns so richtig gut! Deutschland blickt neidisch auf die Schweiz. Beim Fussball, wo es die Schweiz an der WM im Gegensatz zu den Deutschen bis in den Viertelfinal geschafft hat. Und erst recht bei der Wirtschaft. Denn dort läuft bei uns einiges flotter als beim grossen Nachbarn Deutschland. «Wie bekommt die Schweiz das hin?», fragt sich die «Bild» in grossen Lettern. Und staunt.

Millionen Menschen würden in Deutschland jeden Tag zur Arbeit gehen. Trotzdem hätten viele das Gefühl, dass immer weniger übrig bleibt. «Hohe Abgaben, steigende Preise und die Krise der Industrie drücken auf den Wohlstand», heisst es im Bericht. Und: «Der Blick in die Schweiz zeigt: Es geht auch anders. Dort ist die Wirtschaftsleistung pro Kopf um gut ein Drittel höher, bei nur leicht höherer Produktivität.»

«Schweiz kommt besser durch Krisen»

Nicht nur die Menschen würden den Unterschied machen, sondern vor allem der Standort. Die Schweizer Wirtschaft sei um 1,4 Prozent gewachsen, die deutsche nur um 0,2 Prozent. Daraus folgert die grösste deutsche Tageszeitung: «Die Schweiz kommt besser durch die Krisen.» Um dann den Lohnvergleich mit OECD-Daten zu machen, wo die Schweiz erneut deutlich besser abschneidet. In Deutschland liegt der durchschnittliche Bruttojahreslohn bei 66'700 Euro – bei uns sind es 107'500 Euro.

Dann staunt das Boulevardblatt grad nochmals: «Von der Arbeit bleibt in der Schweiz mehr hängen!», heisst es. Konkret: Die Belastung durch Steuern und Sozialabgaben lag 2025 in Deutschland bei 49,3 Prozent – in der Schweiz dagegen nur bei 23 Prozent.

Niedrigere Schulden, solide Finanzen

Deutschland bremse sich selbst mit Bürokratie und komplizierten Vorschriften. Das sei Gift für Investitionen und Wachstum. Zudem fokussiere sich die dortige Wirtschaft immer noch sehr auf Autos, Maschinen und klassische Industrie. Um gegen die Konkurrenz aus China zu bestehen, seien aber technologische Innovationen und Investitionen nötig.

Das Erfolgsrezept der Schweiz wollen die Deutschen durchschaut haben: «Die Schweiz setzt stärker auf Pharma, Chemie, Medizintechnik, Präzisionstechnik und Finanzdienstleistungen. Dazu kommen niedrigere Schulden und solide Staatsfinanzen der Schweiz», heisst es. Einfach so kopieren lässt sich das aber nicht. Und wirklich neu ist die Erkenntnis auch nicht.

Bundeskanzler Friedrich Merz (70) hat die Schweizerinnen und Schweizer schon Ende 2025 gelobt. Auf der Suche nach griffigen Rezepten, um die heimische Wirtschaft in Schwung zu bringen, nahm er sich ein Beispiel an der Schweiz und an der helvetischen Arbeitsmoral. Man müsse eine höhere volkswirtschaftliche Leistung erbringen, forderte er mit Nachdruck. «Wir haben einen der höchsten Krankenstände in ganz Europa», so Merz. «Wir arbeiten 200 Stunden weniger als die Schweizer!», kritisiert er. Das sind vier zusätzliche Stunden pro Woche.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen