Herzog & de Meuron bauen 140 Wohnungen und 200 Hotelzimmer
Zürcher Club verschwindet – wegen Turm von Stararchitekten

Die Tage des Zürcher Clubs Komplex 457 sind gezählt. Er soll nächstes Jahr abgerissen werden. An seiner Stelle ist ein 60 Meter hohes Wohnhaus geplant, entworfen vom Architektenduo Herzog & de Meuron. Das Quartier Altstetten ist generell im Umbruch.
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Der Club Komplex 457 im Stadtzürcher Quartier Altstetten ist bald Geschichte.
Foto: BAA_2015_03_23

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Der Club Komplex 457 in Zürich wird Anfang 2027 abgerissen
  • An seiner Stelle entsteht ein 60-Meter-Hochhaus mit 140 Wohnungen und 200 Hotelzimmern
  • Die Projektkosten bewegen sich im unteren dreistelligen Millionenbereich
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Die Stadt Zürich verliert ein weiteres Kulturlokal: Der Club Komplex 457 muss wohl im nächsten Jahr schliessen – nach 16 Jahren Betrieb. Seit 2011 finden im Backsteinbau an der Hohlstrasse 457 im Zürcher Quartier Altstetten beliebte Partys und Konzerte von internationalen Bands statt. 

Der Grund für das Komplex-457-Aus: Die Pensionskasse Coop, Eigentümerin der Liegenschaft, will den Club im kommenden Jahr abreissen. Ende Januar 2027 endet der Mietvertrag. Anschliessend will sie auf dem Areal ein Grossprojekt mit illustrer Beteiligung in Angriff nehmen.

60-Meter-Turm geplant

Konkret muss der Szeneclub dem Neubauprojekt «Letziterrassen» weichen. Geplant ist ein 60 Meter hohes Hochhaus gleich neben dem Einkaufszentrum Letzipark – inklusive 140 Mietwohnungen, 200 Hotelzimmern und drei grossen Terrassen. Eine davon werde der Öffentlichkeit zugänglich sein, schreibt die Pensionskasse in einer Mitteilung. Diese soll den Turm über eine Passerelle mit dem Einkaufszentrum Letzipark verbinden. Im Erdgeschoss sind zudem Gewerbeflächen geplant. Kostenpunkt: ein Betrag im «unteren dreistelligen Millionenbereich». Konkreter wird die Pensionskasse nicht. Bis 2030 soll der Bau abgeschlossen sein.

Die Wohnungen werden über 1,5 bis 5,5 Zimmer verfügen, heisst es weiter. Wie hoch die Mieten sein werden, ist derzeit noch offen. Auch einen Betreiber für das Hotel hat die Pensionskasse Coop noch nicht gefunden. «Derzeit laufen Gespräche», steht dazu in der Mitteilung. Zum Standort würde eine Hotelmarke «aus dem urbanen Lifestyle-Segment» passen. 

Altstetten wird umgekrempelt

Den Auftrag für das Projekt hat die Pensionskasse niemandem Geringerem als den Stararchitekten Jacques Herzog (75) und Pierre de Meuron (75) gegeben. Das Basler Duo hat bloss einen Kilometer Luftlinie vom Komplex 457 entfernt für die Swiss Life einen Wohnblock mit Luxus-Apartments gebaut. Viele der neuen Altstetter Wohnungen sind aber noch nicht vermietet

Das Gebiet um den Komplex 457 ist generell im starken Wandel. Der benachbarte Letzipark wird gerade umfassend umgebaut. Einziehen sollen beispielsweise ein neuer Coop-Megastore und Ruhezonen mit zusätzlichen Sitzplätzen. Die Wiedereröffnung ist diesen Herbst geplant. Auch auf der gegenüberliegenden Strassenseite wird bald die Abrissbirne geschwungen: Nach ihrem 30-jährigen Bestehen musste die Kult-Wöschi Stützliwösch Ende April ihre Tore schliessen. Die Grundstückeigentümerin SBB will stattdessen ab Mitte Jahr einen siebenstöckigen Neubau fürs Gewerbe hochziehen. 

Und auch ein paar Meter weiter, an der Baslerstrasse, entsteht mit dem «Letzigarten» ein weiteres Grossprojekt. Geplant sind insgesamt 376 neue Wohnungen, ein Teil davon in einem 60 Meter hohen Wohnturm mit 20 Stockwerken.

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