Gleich zwei Filialen gehen zu
Aldi kehrt Einkaufszentrum und Bahnhof den Rücken

Der Discounter beerdigt im Januar und Februar zwei Standorte. Einen in Wallisellen ZH und einen in Baden AG. Zu den genauen Gründen macht er keine Angaben. In einer Stadt sucht Aldi aber nach einer Ersatzfiliale.
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Aldi Schweiz beerdigt die Filiale im Glattzentrum in Wallisellen ZH.
Foto: Aldi Suisse

Darum gehts

  • Aldi schliesst per Ende Januar und Anfang Februar Filialen in Baden AG und Wallisellen ZH
  • Im Glattzentrum in Wallisellen ist keine Ersatzfiliale geplant
  • In Baden sucht der Discounter nach einem neuen Standort
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Nathalie BennRedaktorin Wirtschaft

Bei Aldi Schweiz knallts gleich zwei Mal innert kürzester Zeit. Am 31. Januar macht der Discounter seine Filiale am Bahnhof Baden im Aargau nach fünf Jahren dicht. Darüber berichtete das «Badener Tagblatt». Per 2. Februar folgt auch der Standort im Einkaufszentrum Glatt in Wallisellen ZH, wie der «Zürcher Unterländer» schreibt. Dort eröffnete Aldi sogar erst vor gut zwei Jahren. Was ist da los?

Beide Male machte der Discounter zu den spezifischen Gründen für die Schliessung keine Angaben. Beide Male hiess es vonseiten der Medienstelle, dass sie «das Resultat einer sorgfältigen unternehmensinternen Prüfung» sei. Die Entscheidung basiere «auf einer Vielzahl von Kriterien wie Frequenz, Kundennachfrage, Mietverhältnissen und langfristiger Standortentwicklung».

Die Aargauer Lokalpresse spekuliert derweil, dass der Discounter dem Konkurrenzdruck am Badener Bahnhof nicht standhalten konnte. Neben Aldi sind nämlich auch Lidl, Migros und Coop im Bahnhofsgebäude eingemietet. «Erlag Aldi dem Wettbewerbsdruck?», fragt darum das «Badener Tagblatt». Der Discounter will aber offenbar an der Stadt festhalten. Jedoch habe man bis anhin noch keinen spruchreifen Ersatzstandort gefunden.

Aldi will nicht gross weiter expandieren

Anders sieht es bei der Filiale im Glattzentrum aus: Gemäss dem «Zürcher Unterländer» gibt der Konzern an, dass aktuell keine Ersatzfiliale in der Region Wallisellen geplant sei. Ein Blick auf die landesweiten Aldi-Standorte zeigt: Das Filialnetz in der Region Wallisellen ist auch deutlich dichter als in Baden.

Mit der Schliessung bleiben Glatt-Besucherinnen und Besuchern nur noch zwei weitere Einkaufsmöglichkeiten im selben Preissegment. Aber was ist dann das Problem? Aldi-Schweiz-Chef Jérôme Meyer (45) liess vergangenen Oktober durchblicken: Gross expandieren will er nicht mehr. Vielmehr sei die Decke bei künftig 260 Filialen erreicht. Und jetzt wird optimiert: «Statt schnell zu wachsen, konzentrieren wir uns auf eine nachhaltige Expansion und Optimierung bestehender Filialen», sagte die Pressestelle damals zu Blick.

Wer übernimmt?

Wer neu am Bahnhof Baden einziehen wird, ist unklar. Ein weiterer Detailhändler wird es wohl nicht sein. Und wie siehts im Glattzentrum aus, wo die Konkurrenz weniger stark ist? Schnappt sich Grossverteiler Coop die leere 830 Quadratmeter grosse Ladenfläche? Eher unwahrscheinlich. Selten teilen sich die zwei grössten Schweizer Detailhändler einen Shoppingtempel. Holt der orange Riese vielleicht seine Tochter Denner mit dazu? Ebenfalls Fehlanzeige. Es gibt nämlich neben der Migros bereits einen Denner im Glattzentrum.

Das Glattzentrum lässt sich nicht in die Karten blicken. «Aktuell können wir noch keine Angaben zu einem möglichen Nachmieter machen. Wir gehen aber davon aus, dass die Fläche in Kürze wieder vermietet sein wird», schreibt das Einkaufszentrum. Die Mietflächen seien nämlich «sehr begehrt». Vielleicht wagt sich ja Lidl in eines der umsatzstärksten Einkaufszentren des Landes.

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