Darum gehts
- Belle-Epoque-Villa am Zürichberg für 9,7 Millionen Franken zum Verkauf angeboten
- Gebäude war einst psychiatrische Klinik, seit 2025 komplett saniert
- 19'000 Franken monatliche Mieteinnahmen bei Vollvermietung
Viel nobler geht es nicht am Zürichberg: Direkt unter dem Grand Hotel Dolder steht eine Belle-Epoque-Villa zum Verkauf. 9,7 Millionen Franken sind ausgerufen für das herrschaftliche Haus aus dem Jahr 1896. Dafür bekommt der Käufer 9,5 Zimmer auf fünf Etagen – alle haben sie Blick auf den Zürichsee und über die ganze Stadt.
Der Verkäufer preist das Objekt auf der Immobilienplattform Homegate selbstbewusst als «eine der schönsten historischen Villen im begehrten Dolderquartier» an. Und doppelt nach: Die Villa befinde sich auf einem «Grundstück an der begehrtesten Lage der Schweiz» – mit «hohem Wertsteigerungspotenzial».
Die Villa hat eine bewegte Vergangenheit. Von 1964 bis 2011 war sie eine psychiatrische Heilanstalt. Die noble «Klinik am Zürichberg» musste ihre Pforten aber schliessen. Sie wurde von der Spitalliste gestrichen, die Finanzierung war nicht mehr gesichert. Alle 35 Angestellten haben damals ihren Job verloren. Die Klinik mit ihren 35 Betten behandelte Patienten mit Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen sowie Suchtproblemen. Sämtliche Rettungsversuche der Klinikleitung waren gescheitert.
19'000 Franken Mieteinnahmen
Das Gebäude wurde 2025 vollständig saniert. Drei Wohnungen sind vermietet, und zwar an «seriöse Mieter», wie es in der Annonce heisst. Darunter ein 111 Quadratmeter grosses Apartment im Obergeschoss für 5150 Franken. Und eine Dachwohnung für 4550 Franken. Sind alle Einheiten vermietet, fliessen Einnahmen von 19'000 Franken pro Monat aufs Konto des Eigentümers. «Seit jeher war die Villa Teil eines exklusiven und repräsentativen Umfelds, in dem auch namhafte Zürcher Persönlichkeiten lebten und wirkten», betont der Makler. Und fügt an: «Diese historische Kontinuität verleiht der Liegenschaft zusätzliches Prestige.»
Derzeit ist nur die Beletage frei. «Sie ist ein besonderes Highlight, welches sich ideal zur Selbstnutzung durch den Eigentümer eignet», so die Annonce. Der Makler macht aber klar, was möglich ist: «Alternativ besteht die Möglichkeit, das gesamte Haus selbst zu bewohnen und individuell an die eigenen Bedürfnisse anzupassen.»
Allzu kühn planen sollten Interessenten aber nicht. Denn die Liegenschaft ist im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder von nationaler Bedeutung eingetragen. Für den Verkäufer ist das «ein deutliches Zeichen für ihre herausragende architektonische und kulturelle Bedeutung». Den Käufer könnte dies in seinen Umbauplänen allerdings stark einschränken.