Darum gehts
- US-Familienvater geht viral: Seine grösste Schwäche seien Oreos-Biscuits, sagt er
- Video mit 4,7 Mio. Aufrufen zeigt kurioses Missgeschick im Bewerbungsgespräch
- Experte: Frage nach Schwächen ist nicht mehr zeitgemäss
Damit hat er mit Sicherheit nicht gerechnet: Ein Familienvater geht derzeit mit einem Video viral, in dem er von seinem «verpatzten Vorstellungsgespräch» erzählt. Der Interviewer wollte von ihm wissen, was seine grösste Schwäche ist. Eigentlich eine Standardfrage. «Ich wusste, dass diese Frage kommt, die kommt immer, doch dann hatte ich ein Blackout», erzählt der Mann im Video. Er lebt in Bridgeport im US-Bundesstaat West Virginia und ist gemäss seinem Profil auf dem Kurznachrichtenportal X ein riesiger Baseball-Fan.
Er hätte eine Standardantwort wie «Ich habe Probleme, Aufgaben zu delegieren, damit sie gemacht werden» geben sollen. Stattdessen habe er Folgendes gesagt: «Oreos! Oreos sind meine grösste Schwäche!». Er esse davon so lange, bis das Milchglas leer sei. Dabei könne er zwei oder auch zwölf Oreo-Biscuits verputzen. Er ist überzeugt: Die Aussage kam beim Bewerbungsgespräch gar nicht gut an. «Ich suche immer noch nach einem Job», sagt er zum Abschluss. Allein auf X wurde das Video bereits 4,7 Millionen Mal angeschaut. Die Reaktionen sind mehrheitlich positiv. So wird der Familienvater unter anderem für seine Ehrlichkeit gelobt.
«Kann dem Gespräch den Rest geben»
Blick hat Personalberater Armend Mustafa (30) auf das Video angesprochen. «Ich musste selbst lachen, als ich das Video gesehen habe», sagt dieser. Doch kann eine solche Antwort einen Bewerber den Job kosten? Das sei sehr situationsbedingt. «Befindet man sich in einer sehr konservativen Branche und das Gespräch läuft ohnehin nicht wie gewünscht, kann so eine Antwort dem Gespräch auch den Rest geben», sagt der Geschäftsführer der Personalberatung Meron AG in Aarau.
In der Industrie oder im Bauwesen werden Interviews oft lockerer geführt als beispielsweise in einer Anwaltskanzlei oder bei einer Bank, so Mustafa. «Mit einer solchen Antwort kann man sicherlich auch Sympathiepunkte sammeln, vor allem, wenn man davor und auch danach im Gespräch überzeugen konnte.» Das war im Fall des US-Bürgers offenbar nicht der Fall.
Ein Unternehmer sucht bereits nach dem Mann
Doch ist die Frage nach den Schwächen in einem Bewerbungsgespräch überhaupt noch zeitgemäss? «Ich persönlich lasse diese Frage meistens weg, weil der Grossteil der Kandidaten nicht ehrlich darauf antwortet. Was auch völlig normal und nachvollziehbar ist», so Mustafa.
Oft kämen dabei nur Standardsätze wie «Ich neige zu Perfektionismus» heraus. «Ich habe hingegen noch nie gehört, dass jemand sagt, er komme notorisch zu spät, mache viele Flüchtigkeitsfehler oder habe Mühe mit Kritik.» Genau deshalb sei diese Frage heutzutage nicht mehr wirklich zeitgemäss.
Erfreulich: Dem US-Amerikaner könnte sein virales Video nun aber bei seiner Jobsuche helfen: Der US-Unternehmer Marcus Lemonis (52) sucht ihn bereits auf X. Der Mann habe ihn mit seiner Bodenständigkeit und Selbstreflexion beeindruckt.