Darum gehts
- Migros benennt Eigenmarke American Favorites um
- Das neue Design hat keinen USA-Bezug
- Die schrittweise Umstellung aller Produkte der Eigenmarke dauert bis nächstes Jahr
Chocolate-Chip-Cookies, Bagels, Brownies oder Cheeseburger: Die USA sind bekannt für ihre Snacks und Speisen. Die Ami-Klassiker sind auch hierzulande beliebt: So nahm die Migros-Genossenschaft Genf kürzlich neben diversen bereits erhältlichen Produkten auch die Donuts der US-Schnellrestaurantkette Krispy Kreme in ihr Sortiment auf.
Der orange Riese hat auch eine eigene Ami-Marke – American Favorites. Unter dem Werbeslogan «American Style – Made in Switzerland» bringt sie Toastbrot, Burger-Buns oder Guetzli an die Kundschaft. Genauso wie die Lebensmittel selbst ist auch die Verpackung typisch amerikanisch: blaue Schrift auf weissem Hintergrund, mit einer roten Freiheitsstatue und zwei roten Sternen. Jetzt hat der Detailhändler aber einem Produkt der Eigenmarke ein neues Design verpasst. Übriggeblieben sind lediglich die Farben blau-rot und zwei kleine Sternchen. Von Amerika keine Spur – nicht mal mehr im Namen.
American Favorites verschwindet ganz
Die kleine Packung des dunklen Toastbrots à 365 Gramm wird jetzt schlicht unter dem Namen Migros Sandwich verkauft. Auf Anfrage von Blick bestätigt der Grossverteiler, dass die neue Version seit 9. April im Umlauf ist. «Wir produzieren nur noch mit dem neuen Layout», sagt eine Sprecherin. Die bisherige Version sei online nicht mehr erhältlich und werde auch schrittweise aus dem physischen Sortiment verschwinden.
Die grosse Variante – wie auch alle anderen American Favorites Produkte – blieben bisher unverändert. Ist das Toastbrot nur der Anfang einer radikalen Entamerikanisierung der beliebten Migros-Eigenmarke? Ja, denn bald wird auch den verbleibenden American-Favorites-Produkten ein neuer Look verpasst – ohne USA-Bezug. So sagt die Migros: «Die Anpassung betrifft nicht nur ein Produkt, sondern ist Teil einer umfassenden Markenstraffung. Die Umstellung erfolgt schrittweise bis 2027 und betrifft weniger bekannte Eigenmarken.»
Heimliche politische Botschaft?
Die USA geniessen unter Präsident Donald Trump (79) momentan nicht das beste Ansehen in der internationalen Gemeinschaft. Ob das etwas mit dem Entscheid der Migros zu tun hat? «Die Änderungen haben keinen politischen Hintergrund», stellt die Sprecherin klar. Vielmehr haben sie mit der grossen Aufräum-Aktion des orangen Riesen in seinen Gestellen zu tun: «Die Umstellung ist Teil der Migros-Strategie, weniger bekannte Eigenmarken unter der Dachmarke ‹Migros› zusammenzuführen.» An den Rezepturen ändert sich dabei nichts.
Dieser Massnahme sind auch andere beliebte Linien wie Produkte der Kult-Marke M-Budget zum Opfer gefallen. Künftig heissen beispielsweise die M-Budget-Handseife, -Mayonnaise und -Chips schlicht «Migros». Von den rund 250 Marken sollen langfristig 80 verschwinden – fast jede Dritte wird also letztlich gestrichen. Im Fall von M-Budget zeigten sich Teile der Kundschaft irritiert. Beim wachsenden Unmut vieler Schweizer gegenüber den USA dürfte das neue Design für American Favorites willkommener sein.