Darum gehts
- Lufthansa rüstet 2026 Swiss- und Edelweiss-Flotten mit kostenlosem Starlink-Internet aus
- Deutsche SPD kritisiert Zusammenarbeit mit Elon Musks Satellitenfirma
- Die Partei betont, dass man besser auf ein deutsches Unternehmen hätte setzen sollen
Passagiere, die mit der Swiss oder Edelweiss in der Welt umherjetten und dabei gerne im Internet surfen, dürfen sich freuen: Ab diesem Jahr will der Mutterkonzern Lufthansa sämtliche Flugzeuge mit schnellerem Internetzugang ausstatten. So kann man während des Flugs ein Video streamen, Musik hören oder in der Cloud arbeiten – und das kostenlos, sofern man vorab bei der Airline ein Profil anlegt. Bislang kostet dieser Service zwischen 25 und 35 Franken.
Als Partner hat die Lufthansa-Gruppe den amerikanischen Tech-Mogul Elon Musk (54) und seine Satellitenfirma Starlink auserkoren. Das sorgt in der deutschen Politik für rote Köpfe: Zwei Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei (SPD) kritisieren den Entscheid in einer Mitteilung scharf. «Damit begibt sich ein europäisches Schlüsselunternehmen in problematische Abhängigkeiten», heisst es darin. In einer Phase «intensiver Debatten über mehr europäische Souveränität» sei der Entscheid daher nur «schwer nachvollziehbar».
Lufthansa: «Keine gleichwertigen Alternativen»
Vielmehr hätte Lufthansa die Deutsche Telekom für das Projekt wählen sollen. Mit dieser habe man im eigenen Land einen «herausragenden Netzbetreiber», heisst es im Communiqué der Partei. Und: «Als deutsches Unternehmen nicht auf die Dienste der Telekom zu setzen, ist ein gravierender Fehler.»
Gegenüber dem Online-Portal Golem erklärt eine Lufthansa-Sprecherin den Entscheid: «Wie andere grosse internationale Airlines und Airline-Gruppen – etwa IAG, Air France und United Airlines – setzt die Lufthansa Group auf die Konnektivitätslösung mit der derzeit weltweit besten Abdeckung und Verbindungsqualität.» Die Fluggesellschaft wehrt sich gegen den Vorwurf, man hätte auf andere Anbieter zurückgreifen sollen: «Aktuell gibt es keine gleichwertigen Alternativen», so die Sprecherin.
Zudem werde die Ausgestaltung im Einklang mit den gesetzlichen Regelungen zum Schutz personenbezogener Daten umgesetzt. Starlink werde nicht für Navigations- oder andere sicherheitsrelevante Funktionen genutzt. Kritische Luftfahrt-Systeme seien davon vollständig getrennt.