Darum gehts
- Hypothekarzinsen in der Schweiz stiegen seit Juli deutlich an
- Zweijährige Festhypotheken kletterten auf 1,42 Prozent, zehnjährige auf 1,89 Prozent
- Saron-Hypotheken beliebt: Über 40 Prozent der Deutschschweizer Erstkäufer wählen sie
Wer in der Schweiz eine Festhypothek für seine Immobilie abschliessen will, muss seit Anfang Juli deutlich tiefer in die Tasche greifen. Laut dem Vergleichsdienst Moneyland sind die Richtzinsen innert weniger Wochen markant gestiegen. Besonders stark verteuerten sich zwei- und fünfjährige Festhypotheken. Bis zum 25. Juli kletterte der Zinssatz für eine zweijährige Hypothek von 1,30 auf 1,51 Prozent.
Fünfjährige Festhypotheken stiegen von 1,49 auf 1,73 Prozent, zehnjährige gar von 1,76 auf 1,97 Prozent. Vor allem die kurzen und mittleren Laufzeiten erreichten damit ihre höchsten Werte in diesem Jahr. Aktuell sind die Zinsen wieder leicht gesunken. Der Durchschnitt liegt nun bei 1,42 Prozent für zweijährige, 1,65 Prozent für fünfjährige und 1,89 Prozent für zehnjährige Festhypotheken. Das Niveau liegt aber immer noch deutlich über jenem von Anfang Juli.
Als Hauptgründe für diese massive Verteuerung nennt Moneyland die jüngste Eskalation im Nahen Osten, steigende Ölpreise und höhere Kapitalmarktzinsen in der Schweiz. Nachdem sich die Lage im Iran-Konflikt zuletzt etwas beruhigt und der Ölpreis nachgegeben hat, sanken auch die Hypothekarzinsen leicht.
Werden Festhypotheken noch teurer?
Für Eigenheimbesitzer lohnt sich jetzt besonders ein Vergleich der Angebote. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Anbieter liegen je nach Laufzeit rund 0,5 Prozentpunkte Unterschied. Das läppert sich über die Jahre. Denn: Bei einer Hypothek über 500'000 Franken entspricht das einer Differenz von 2500 Franken pro Jahr.
Wie es weitergeht, bleibt offen. Die Inflation in der Schweiz ist mit 0,4 Prozent weiterhin tief. Von dieser Seite besteht derzeit kein Druck auf die Schweizerische Nationalbank (SNB), den Leitzins rasch anzuheben. An den Finanzmärkten wird allerdings bereits eine erste Zinserhöhung im ersten Halbjahr 2027 erwartet. Moneyland geht deshalb in den kommenden Monaten von einer «schwankungsreichen Seitwärtsbewegung» aus, wie es reichlich technisch heisst.
Werden Festhypotheken also noch teurer? Hypotheken-Experte Felix Oeschger sagt: «Wichtige Einflussfaktoren wie Frankenkurs, Kapitalmarktzinsen, Ölpreis und die geopolitische Lage sind gegenwärtig ausserordentlich schwierig einzuschätzen.» Hypotheken dürften auf dem heutigen Niveau verharren. Oeschger ergänzt: «Selbst grössere Ausschläge in beide Richtungen bleiben aber möglich.»
Saron-Hypotheken liegen hoch im Kurs
Das dürfte viele Schweizerinnen und Schweizer allerdings sowieso nicht gross kümmern, weil sie mit einer Saron-Hypothek liebäugeln. Denn Saron-Hypotheken liegen derzeit hoch im Kurs. Die günstigen Finanzierungskosten locken vor allem Erstkäuferinnen und Erstkäufer in diese Finanzierungsform.
In der Deutschschweiz schliessen über 40 Prozent von ihnen eine Saron-Hypothek ab, deren Zins sich am Referenzzinssatz orientiert. Sie ist derzeit günstiger als eine Festhypothek, birgt jedoch das Risiko steigender Zinsen.