Darum gehts
- Immobilienpreise in der Schweiz steigen 2026 stark, Eigentumswohnungen legen 2,4 Prozent zu, Häuser 3,7 Prozent
- Saron-Hypothek für Erstkäufer attraktiv, Zins rund 1 Prozent, birgt jedoch Risiko
- 10-jährige Hypotheken beliebt, Banken teuerste Anbieter mit 1,54 Prozent Zinssatz
- Anbieter halten sich beim Wettbewerb um die günstigsten Angebote zurück
Eigenheime in der Schweiz sind heiss begehrt: Nachdem die Preise im Frühjahr eher gemächlich angestiegen sind, ziehen sie zur Jahresmitte wieder deutlich an und erreichen neue Höchststände. So kosten Eigentumswohnungen im Schnitt 2,4 Prozent mehr als zum Jahreswechsel, wie das neue Immobilien-Update von Moneypark zeigt.
Bei Einfamilienhäusern gibt es einen Sprung um 3,7 Prozent. Die Nullzinspolitik befeuert die Immobilienpreise, stellt das auf Immobilien und Finanzierungen spezialisierte Unternehmen fest. «Eigentum ist beim aktuellen Zinsniveau substanziell günstiger als Mieten», sagt CEO Lukas Vogt (38). Das schaffe einen grossen Anreiz für einen Wechsel vom Dasein als Mieter hin zum Eigentümer.
Dieser Kostenvorteil gelte praktisch unabhängig von der Laufzeit einer Hypothek. Besonders zur Geltung kommt dies bei Saron-Hypotheken. Vogt rechnet vor: Bei einer Geldmarkthypothek liegen die Zinsen derzeit bei gut einem Prozent. Auf eine Hypothek von einer Million Franken macht das pro Jahr etwa 10'000 Franken an Zinskosten. «Das Zinsniveau ist entsprechend der mit Abstand grösste Preistreiber», so Vogt.
Jeder vierte Erstkäufer greift zum Saron
In der Deutschschweiz legt das Betongold im Wert gar noch stärker zu. Neben den günstigen Hypotheken ist auch das knappe Angebot ein Preistreiber. Eine Studie der Immobilien-Beratungsfirma Wüest Partner zeigte jüngst: Die Zahl der bewilligten Mietwohnungen steigt wieder. Bei Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern stocken die Bewilligungen hingegen. Von der Zuwanderungsseite kommt hingegen weniger Druck: Diese liegt seit über einem Jahr unter dem langjährigen Schnitt.
Die günstigen Finanzierungskosten locken vor allem Erstkäuferinnen und Erstkäufer in diese Finanzierungsform. In der Deutschschweiz schliessen über 40 Prozent von ihnen eine Saron-Hypothek ab, deren Zins sich am Referenzzinssatz orientiert. Sie ist derzeit günstiger als eine Festhypothek, birgt jedoch das Risiko steigender Zinsen. «Darauf weisen wir in unseren Beratungsgesprächen hin», sagt Vogt und ergänzt: «Da beim Saron inzwischen deutlich kürzere Laufzeiten möglich sind, spekuliert ein Teil der Käufer auf sinkende Zinsen bei Festhypotheken in den nächsten Monaten.»
Eigentümer reagieren auf Abschaffung des Eigenmietwerts
Insgesamt griff im ersten Halbjahr jeder Vierte zu einer Saron-Hypothek. Ein Plus von knapp 10 Prozent gegenüber der zweiten Jahreshälfte 2025. Mit einem Anteil von 38 Prozent bleibt die 10-jährige Laufzeit aber weiterhin am beliebtesten. In der Deutschschweiz liegt der durchschnittliche Zinssatz bei Pensionskassen bei 1,48 Prozent und bei Versicherungen bei 1,50 Prozent. Banken sind mit 1,54 Prozent am teuersten.
Ein Novum zeigt sich bei den Refinanzierungen von Hypotheken: In dieser Kategorie sank das durchschnittliche Hypothekarvolumen innerhalb eines Jahres um 5 Prozent. «Wir sehen dies als erste Auswirkung der geplanten Abschaffung des Eigenmietwerts. Da Hypotheken oft mit einer Laufzeit von 5 bis 10 Jahren abgeschlossen werden, überlegen Hypothekarnehmende bereits jetzt, ob sie amortisieren möchten», so Vogt. Dieser Eigenmietwert wird per 1. Januar 2029 abgeschafft. Ab diesem Zeitpunkt können Eigentümer die Hypothekarzinsen nicht mehr von den Steuern abziehen.
Wettbewerb zwischen Anbietern hält sich in Grenzen
Gemäss Immo-Update haben die Anbieter den Wettbewerb um die günstigsten Zinsangebote zwar leicht intensiviert – er bleibt aber auf moderatem Niveau. «So liegen die Margen beim Saron derzeit bei einem Prozent. Rund um die Zinswende im Sommer 2022 haben wir deutlich aggressivere Margen von 0,6 bis 0,8 Prozent gesehen», erläutert Vogt.
Die Finanzierungskosten am Kapitalmarkt sind zwar gestiegen. Doch auch wenn man dies mitberücksichtigt, sei die Differenz zwischen den Kapitalmarktsätzen und den Hypothekarzinsen mit gleicher Laufzeit gewachsen. «Das ist ein klarer Hinweis darauf, dass derzeit kein wahnsinnig harter Wettbewerb stattfindet. Die Anbieter scheinen recht zufrieden mit dem Marktniveau.»
Sparpotenzial besteht trotzdem: Bei einer 10-jährigen Hypothek bewegt sich die Spanne von den teuersten zu den günstigsten Anbietern bei einem halben Prozent. Das macht bei einer Hypothek von 750'000 Franken über die gesamte Laufzeit eine Differenz von etwa 37'500 Franken.