Darum gehts
- Beck-Kette Hausammann plant Übernahme eines Limmatbeck-Standorts in Embrach ZH
- Bei Schliessung des Limmatbecks verloren 55 Angestellte ihre Stelle
- Sieben ehemalige Limmatbeck-Mitarbeitende sind jetzt für die Stiftung St. Jakob tätig
Das Aus der Bäckerei-Kette Limmatbeck vergangenen Herbst kam plötzlich: Am 7. September verkündete der damalige Inhaber und Bäckermeister Patrick Binder (51) die Neuigkeit. Am nächsten Tag waren bereits alle sechs Standorte in Spreitenbach AG, Oberengstringen ZH, Neuenhof AG, Dietikon ZH und Embrach ZH zu. Die vor den Kopf gestossenen 55 Angestellten standen ohne Job da.
Seither gibt es in Embrach – wo der Limmatbeck sogar zwei Standorte betrieben hat – keinen Bäckereibetrieb mehr. Das wird sich aber bald ändern, wie der Tages-Anzeiger berichtet. Demnach plant die Zürcher Traditionsbäckerei Hausammann, die Filiale an der Dorfstrasse in Embrach ZH zu übernehmen. «Wir finden, Embrach verdient eine Bäckerei», sagte Ellen Hausammann, stellvertretende Geschäftsführerin der Kette, gegenüber der Zeitung.
Unterschrieben sei noch nichts. «Wir sind aber zuversichtlich, dass es klappt», sagt die Unternehmerin zu Blick. Die ehemalige Limmatbeck-Filiale bei der Migros in Embrach bleibt bei der geplanten Übernahme aussen vor: Diese möchte die Beck-Kette nicht betreiben. «Wir wollen ein bedachtes, vorsichtiges Wachstum», so Hausammann. Was mit diesen Räumlichkeiten geschieht, ist unklar.
Neue Chance für ehemalige Angestellte?
Nach Bekanntwerden des Limmatbeck-Aus kam die Stiftung St. Jakob aus Zürich – bekannt für ihre Bäckereien und für ihr soziales Engagement – den entlassenen Angestellten zu Hilfe. Diese bot an, einen Teil der Belegschaft zu übernehmen. Auf Blick-Anfrage erklärt ein Sprecher der Stiftung, dass die Angestellten davon Gebrauch gemacht hätten: «Insgesamt haben sich sieben Personen für eine Stelle bei uns beworben und arbeiten inzwischen in unserer Organisation», sagt er.
Was damals nicht erwähnt wurde: Auch Hausammann hatte sich bereiterklärt, Limmatbeck-Angestellte bei sich aufzunehmen, so Ellen Hausammann zu Blick. «Jedoch hat sich damals nur eine Person bei uns beworben, die sich später wieder umentschieden hat.»
Zurück in die Embracher Backstube
Das Angebot gilt gemäss der stellvertretenden Geschäftsführerin aber weiterhin: «Wenn jemand, der zuvor beim Limmatbeck gearbeitet hat, nun nach Embrach kommen möchte, wäre er bei uns herzlich willkommen.»
Besonders ehemalige Mitarbeitende vom Standort an der Dorfstrasse in Embrach würden wertvolles Vorwissen mitbringen, erklärt sie. Zudem wisse Hausammann seit gestern Montag: «Das Interesse dafür besteht, wie mir gesagt wurde.» Mit der geplanten Übernahme durch die Bäckerei Hausammann darf sich Embrach wohl bald wieder auf frisches Brot und Gebäck freuen. Und ehemalige Limmatbeck-Angestellte vielleicht für einen neuen alten Job.