Darum gehts
- Schweizer Firmen CTA und Kibernetik melden Rekordverkäufe von Klimaanlagen
- Beide bestätigen Installationsengpässe, Wartezeit mindestens drei Monate
- Hitzesommer kurbelt Verkäufe an, Gesetzgebung bremst sie aus
Während die Schweiz unter der Hitze ächzt, klingeln bei ihnen die Kassen: Der Run auf Klimaanlagen führt bei Schweizer Unternehmen zu Rekordumsätzen. Zwar gibt es keine Klimaanlagen «made in Switzerland» – die meisten werden heute im asiatischen Raum produziert. Doch einige Schweizer Firmen haben sich darauf spezialisiert, Klimaanlagen in Eigenheimen zu installieren. Dazu gehören etwa CTA in Münsingen BE und Kibernetik in Buchs SG.
Beide Unternehmen freuen sich über Rekordverkäufe. Aktuell ist der Ansturm auf Klimaanlagen für Privathaushalte so gross, dass ihre Monteure für Monate ausgebucht sind. Wer diesen Sommer noch eine Klimaanlage installieren lassen möchte, schaut in die Röhre. «Unsere Montagekapazitäten sind bereits bis in den Herbst ausgebucht», sagt Christoph Brechbühler (38), Leiter Verkauf Klima/Kälte von CTA. Das Familienunternehmen entwickelt und montiert seit 45 Jahren Systemlösungen zum Heizen und Kühlen von Gebäuden.
Firmen erwarten Rekordjahr
Auch die Firma Kibernetik bestätigt gegenüber Blick Installationsengpässe. «Aktuell müssen die Kunden mit Montageterminen in frühestens drei Monaten rechnen», heisst es auf Nachfrage. Die Verkäufe haben laut Kibernetik um satte 60 Prozent zugelegt. Während die Firma aus Buchs in normalen Jahren rund 400 Klimaanlagen verkauft, seien es dieses Jahr bereits knapp 490 Geräte – und es ist erst August. CTA kommuniziert keine Geschäftszahlen. Nur so viel: Auch bei ihnen seien die Verkäufe 20 bis 30 Prozent über Vorjahr. «Das sind beste Voraussetzungen für ein Rekordjahr», sagt Brechbühler.
Die Sparte der Klimageräte sei ein bedeutender Geschäftszweig für CTA. «Sie ermöglicht uns, ganzheitliche Systeme zum Kühlen anzubieten», sagt Brechbühler. Mit Wärmepumpen, Kältemaschinen und Klimageräten bietet die Firma unterschiedliche Lösungen für die Regelung der Raumtemperatur.
Hitze kurbelt Verkäufe an
Kältemaschinen kommen typischerweise in Hotels, Büro- und Geschäftshäusern zum Einsatz. Sie werden in grösseren Gebäuden zusammen mit klassischen Klimageräten zu einem Gesamtsystem kombiniert. In privaten Haushalten kommen dagegen nur Klimaanlagen zum Einsatz.
Die Firma geht davon aus, dass die Nachfrage nach solchen Anlagen bei Privaten weiter zunehmen wird. «Dieser Trend zeigt sich insbesondere während längerer Hitzeperioden wie in diesem Sommer», sagt der Verkaufsleiter.
Gesetzgebung bremst Verkäufe
Wie stark sich der Markt künftig entwickeln wird, hängt jedoch auch von der Schweizer Gesetzgebung und der Bewilligungspraxis ab. Auch die Verfügbarkeit von Strom aus Photovoltaik spielt dabei eine Rolle.
Denn das eigene Haus zu klimatisieren, ist in der Schweiz nicht ganz so einfach wie in anderen Ländern. Zumindest, wenn man auf ein fest installiertes Splitgerät setzt. Das bedeutet: Ein Teil der Anlage wird aussen an der Hauswand angebracht. Dafür braucht es hierzulande eine Baubewilligung.
Für Privathaushalte sind die Bewilligungschancen in der Regel schlecht. Dabei haben sich die Richtlinien mit den steigenden Temperaturen etwas gelockert, wie Blick vor kurzem berichtete. Wenn der Strom für das Klimagerät von der eigenen PV-Anlage kommt, werden die Kantone es in Zukunft grosszügiger bewilligen.