Dadvan Yousuf ist jetzt Handelskommissar von Nauru
Umstrittener «Krypto-König» schnappt sich hohen Job bei Inselstaat im Pazifik

Seit letztem Jahr lebt Dadvan Yousuf nicht mehr in der Schweiz. Der einst gefeierte Unternehmer ist seit Sommer 2025 Bürger von Nauru – und hat sich nun den Job als Handelskommissar geangelt. Der Pazifik-Kleinstaat will zum Krypto-Hub werden.
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Dadvan Yousuf ist neuerdings Handelskommissar für den Inselstaat Nauru.
Foto: Philippe Rossier

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Dadvan Yousuf lebt jetzt auf Nauru und ist Handelskommissar
  • Er soll für Nauru globale Krypto-Investitionen sichern, sagt Präsident Adeang
  • Nauru hat 12'000 Einwohner und war einst das reichste Land der Welt
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Michael HotzTeamlead Wirtschafts-Desk

Dadvan Yousuf (26) hat offenbar genug von der Schweiz. Letztes Jahr hat er unserem Land den Rücken gekehrt, zuerst verschlug es ihn nach Dubai. Mittlerweile lebt der einst gefeierte «Krypto-König» auf Nauru. Im Sommer 2025 erhielten er und sein Bruder die Staatsbürgerschaft des kleinen Landes im Pazifik, irgendwo zwischen Papua-Neuguinea und Hawaii. Und jetzt hat der gebürtige Iraker einen hohen Job beim Mini-Inselstaat: Nauru hat ihn zum ersten internationalen Handelskommissar ernannt, wie die dortige Regierung in einer Mitteilung schreibt.

Die grosse Aufgabe für Yousuf: Er soll dem Pazifikstaat globale Krypto-Investitionen sichern. Den Auftrag hat er von höchster Stelle bekommen, von Naurus Präsidenten David Adeang (56). Dieser ist voll des Lobes für seinen neusten Angestellten: «Dadvan Yousuf bringt eine einzigartige Kombination aus unternehmerischer Vision, internationalem Netzwerk und tiefgreifendem Verständnis der Märkte für digitale Vermögenswerte mit», wird der Staatschef in der Mitteilung zitiert.

Nauru erfindet sich als Krypto-Hub neu

Nauru ist nur 21 Quadratkilometer gross und hat 12'000 Einwohner, hat aber goldene Zeiten erlebt: In den 1970er- und 80er-Jahren war der Inselstaat gemessen am BIP pro Kopf das reichste Land der Welt – dank Vogelkot. Das tropische Klima liess aus dem Dung in rauen Mengen Calciumphosphat entstehen. Diesen wertvollen Rohstoff verkaufte das Land in die ganze Welt, für die Düngemittelproduktion. Nauru wurde zum Schlaraffenland auf Erden. 

Die eingenommenen Millionen verschleuderte das Land, steckte sie in windige Investitionen. Als sich dann auch die Phosphatvorkommen langsam dem Ende zuneigten, nahm der Reichtum rasant ab. Heute ist Nauru komplett verarmt – und will sich jetzt neu erfinden. Präsident David Adeang, seit Oktober 2023 im Amt, setzt voll auf Digitalwährungen. Er will seinen Staat zu einem Krypto-Hub machen. Im Juni 2025 verabschiedete das Parlament ein Gesetz, um eine eigene Aufsichtsbehörde für digitale Vermögenswerte zu gründen: die Command Ridge Virtual Asset Authority (CRVAA). Deren Chef ist der frühere Bankmanager Brian Phelps.

Viel juristischer Ärger in der Schweiz

Dadvan Yousuf ist nun der zweite Zuzug, der Nauru zur Kryptohochburg machen soll. Hier in der Schweiz hatte der umstrittene Unternehmer in den letzten Jahren oft juristischen Ärger. Vor einem Jahr deckte der «Beobachter» auf, dass der «Krypto-König» ein Zivilrechtsverfahren am Hals hat. Ein ehemaliger Geschäftspartner fordert von ihm Schadenersatz in der Höhe von 1,6 Millionen Franken. Yousuf weist sämtliche Vorwürfe zurück. Auf Nauru wagt das frühere Wunderkind nun einen Neustart.

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