Selfmade-Milliardär: Er verdiente sich mit Kryptowährungen eine goldene Nase(01:37)

Früher Flüchtling, heute superreich
Dadvan Yousuf ist der jüngste Selfmade-Milliardär der Schweiz

Dadvan Yousuf kam einst als Flüchtling in die Schweiz. Mit Kryptowährungen und NFTs hat er es zu einem Riesenvermögen gebracht. Mit 21 ist er der jüngste Selfmade-Milliardär der Schweiz! Ein Porträt.
Publiziert: 17.01.2022 um 00:28 Uhr
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Aktualisiert: 18.01.2022 um 17:28 Uhr
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Dadvan Yousuf (21), ist der jünste Selfmade-Milliardär der Schweiz.
Kilian Marti (Text) und Philippe Rossier (Fotos)

Der grösste Fehler des Lebens kann sich als die beste Entscheidung herausstellen, die man jemals getroffen hat. So erging es Dadvan Yousuf (21), dem jüngsten Selfmade-Milliardär der Schweiz. «Forbes», «NZZ» und andere Medien bezeichnen ihn als Krypto-Wunder. Blick trifft den jungen Mann zum Gespräch im Zürcher Luxushotel Dolder, wo er Stammgast ist.

Yousuf sitzt in einem Ledersessel in der pompösen Lobbybar und schaut in sein Smartphone – sein Daily Business. Am Handgelenk trägt er eine Richard-Mille-Uhr im Wert von 600'000 Franken. All das ist für Yousuf nicht selbstverständlich. Er ist irakischer Kurde, kam 2003 als Flüchtlingskind in die Schweiz. «Noch heute bekomme ich Bauchschmerzen, wenn ich eine Grenze überquere», sagt Yousuf.

Spielsachen auf der Strasse verkauft

Yousuf wird in einer Sozialwohnung in Ipsach BE gross. Die Familie hat fast kein Geld – nicht einmal, um die Grossmutter im Irak bei einer Operation zu unterstützen. Yousuf will raus aus dieser Lage. Er sucht im Internet nach Lösungen, googelt «Was ist besser als Banken?» und «Neues Geld». So kommt er zufällig in ein Forum für Bitcoins. Zunächst versteht er nur, dass damit schnell Geld verschickt werden kann. Und: Dass er dafür eine Kreditkarte benötigt.

Der Elfjährige entscheidet sich, alle seine Spielzeuge auf der Strasse im Quartier zu verkaufen. «Teilweise schenkten mir die Leute auch einfach noch eine 50er-Note.» Das verdiente Bargeld gibt er seinem Vater und bekommt dafür – nach Diskussionen – seine Kreditkarte.

Yousuf kauft noch im Jahr 2011 als Elfjähriger Bitcoins im Wert von 300 Franken. Doch da kommt schon das nächste Problem: Wie soll er das Geld in den Irak schicken? Nach intensiver Recherche gibt er schliesslich widerwillig auf. Er bereut, das Geld verschwendet zu haben. «Ich dachte, das war der grösste Fehler meines Lebens», sagt der junge Berner.

Erst ein Jahr später landet Yousuf wieder auf der Plattform und stellt verwundert fest, dass aus seinen 300 Franken ganze 11'000 Franken geworden sind. In diesem Moment habe er das Potenzial von Bitcoins erkannt.

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Durchbruch dank Algorithmus

Im Geheimen baut sich der Teenager neben seiner KV-Lehre sein Krypto-Imperium auf. Das Wissen bringt er sich selber bei. «Mein Durchbruch war, als ich einen Algorithmus programmiert habe, der mir meine Arbeit erleichterte», sagt Yousuf.

2016 ist der Junginvestor so weit, dass er 150'000 Franken in die Kryptowährung Ethereum investiert. Denn: Aufzuhören und sich alles auszahlen zu lassen, kam für ihn nie infrage. «Zunächst ging es nicht, weil ich mit Flüchtlingsstatus F kein Bankkonto eröffnen konnte. Danach trotz B-Ausweis auch nicht, weil ich damals befürchtete, dass sofort die Polizei vor der Haustüre gestanden hätte bei diesen Geldbeträgen», erzählt Yousuf. Einen Schweizer Pass hat Yousuf bis heute nicht. Mehrere Kantone würden ihm diesen aber mit Handkuss ausstellen, wenn er bei ihnen Steuerzahler würde, erzählt der junge Mann.

Ganz offiziell ändert sich für Dadvan Yousuf im Dezember 2020 alles. Er offenbart seiner Familie, dass er mehrere Millionen auf der Seite hat. Kurzerhand zahlt Yousuf dem Kanton Bern die Sozialhilfe der Familie für die letzten 20 Jahre zurück und mietet den Eltern ein Haus mit Pool – inklusive neuen Autos. «Ich hatte das Ziel, meine Familie aus der Armut zu bringen, erreicht», sagt Yousuf voller Stolz.

«Anscheinend bin ich bereits Milliardär»

Er selbst packt seine Sachen und zieht – mit Unterbrüchen – für ein knappes Jahr ins Nobelhotel Dolder in Zürich, weil er dort mit Bitcoins bezahlen kann. Allein dieser Luxus kostet ihn Millionen. Hat er sein gesamtes Bitcoin-Vermögen also bereits verprasst?

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«Ich bin so kurz vor meiner ersten Milliarde», sagt Dadvan Yousuf und formt mit Zeigefinger und Daumen einen kleinen Abstand. Dann zückt der Berner sein Handy. «Es ist sogar mehr. Anscheinend bin ich bereits Milliardär!» Yousuf steckt das Smartphone wieder weg und lacht kurz laut.

Tatsächlich? Blick liegt exklusiv seine Steuererklärung aus dem Jahr 2020 vor. Darin aufgelistet ist sein steuerbares Vermögen in Kryptowährungen: 189 Millionen Schweizer Franken. Und sein Gesamtvermögen von 270 Millionen Franken. Ebenfalls zeigt das Dokument, in welche Kryptowährungen Yousuf wie viel investiert hat. «Mir gehören insgesamt 416'000 Coins der Kryptowährung Ethereum.» Multipliziert mit dem heutigen Kurswert von 3090 Franken kommt er auf 1,26 Milliarden Franken.

«NFTs werden weit oben im Markt stehen»

Mit dem frisch verdienten Reichtum will der Krypto-Investor nun die Welt verändern. «Mein Ziel ist es, die globale Armut zu bekämpfen.» Dafür hat Yousuf eine Stiftung gegründet und damit die weltweit erste Crypto-Education-Plattform lanciert. «Ich möchte damit allen ermöglichen, spielerisch zu lernen, wie man in Kryptowährungen investiert», sagt der erfolgreiche Investor, der auch seine eigene Kryptowährung gegründet hat.

Für ihn ist alles, was digital ist, die Zukunft. So hat er auch bereits im Jahr 2018 in sogenannte Non-Fungible Tokens (NFTs) investiert. «Ich bin überzeugt, dass diese langfristig weit oben im Markt stehen werden», prognostiziert der Milliardär. NFTs bieten die Möglichkeit, digitale Erzeugnisse urheberrechtlich zu schützen. «Somit kann man ein digitales Kunstwerk als Unikat verkaufen», erklärt Yousuf.

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Der jüngste Selfmade-Milliardär der Schweiz hat noch vieles vor. Er selbst sagt: «Ich bin 21 und Milliardär. Vielleicht bin ich irgendwann sogar der reichste Schweizer.» Dadvan Yousufs Weg hat ihn vom Flüchtlingskind zum Supperreichen gemacht. Zu verdanken hat er es dem vermeintlich grössten Fehler seines Lebens.

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