Weniger Schoggi verkauft
Lindt & Sprüngli wächst nur dank satten Preiserhöhungen

2025 erzielte der Schweizer Schoggihersteller einen Umsatz von 5,92 Milliarden Franken. Das Unternehmen von CEO Adalbert Lechner hatte die Preise um satte 19 Prozent steigen lassen. Die Gewinnzahlen werden im März bekannt gegeben.
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Weniger Schokolade verkauft, mehr Umsatz erzielt: Lindt&Sprüngli gelang dies 2025 dank satten Preiserhöhungen.
Foto: ENNIO LEANZA

Lindt & Sprüngli hat 2025 weniger Schokolade verkauft. Und trotzdem konnte der Schoggi-Hersteller aus Kilchberg ZH den Umsatz steigern – dank einer aggressiven Preisstrategie. Konkret erhöhte das Unternehmen laut Mitteilung vom Dienstag im vergangenen Jahr den Umsatz mit Lindorkugeln, Pralinés, Schoggihasen und Dubaischokolade um 8,2 Prozent auf 5,92 Milliarden Franken. Es ist das dritte Mal in der Unternehmensgeschichte, dass die 5-Milliarden-Marke übertroffen wurde. Die Währungen schmälerten das Ergebnis um 3,9 Prozent.

Organisch, also ohne Währungseffekte, lag das Wachstum bei 12,4 Prozent. Dieses ging vor allem auf satte Preiserhöhungen zur Kompensation hoher Kakaopreise im Umfang von 19 Prozent zurück. Weiter habe der anhaltende globale Trend zu hochwertigen Produkten und zur Premiumisierung sowie die weltweite Einführung der Lindt Dubai Style Chocolate das Geschäft angetrieben, schrieb Lindt.

Ziele beim Wachstum übertroffen

Die verkaufte Schokoladenmenge war gemäss Lindt in der Branche rückläufig. Markant erhöhte Preise machten den Rückgang aber mehr als wett. «Die Konsumentinnen und Konsumenten sehnen sich weiterhin nach Qualität, nach Momenten des Glücks, nach einem kleinen, besonderen Genuss – und als Premiummarke bedienen wir diese Nachfrage», wurde Lindt-&-Sprüngli-CEO Adalbert Lechner in der Mitteilung zitiert.

Lindt machte in der Mitteilung vom Dienstag zum Volumen noch keine Angaben. Lechner hatte aber im Dezember in einem Interview erklärt, dass Preiserhöhungen und Volumenrückgänge für das Gesamtjahr höher als die 15,8 respektive 4,6 Prozent im ersten Halbjahr ausfallen würden.

Mit den vorgelegten Zahlen liegt Lindt beim wichtigen organischen Wachstum über dem erst im Sommer erhöhten Ziel von 9 bis 11 Prozent. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit einer Wachstumsrate von lediglich 11,5 Prozent gerechnet. Im Vorjahr lag das organische Wachstum bei 7,8 Prozent.

Gewinnzahlen folgen im März

Das Wachstum fiel in den Regionen unterschiedlich aus. Europa habe mit einem organischen Umsatzwachstum von 15,3 Prozent die stärkste Dynamik gezeigt, während Nordamerika trotz schwierigem Umfeld um 8,9 Prozent zulegte und die Wachstumsrate im zweiten Halbjahr deutlich beschleunigte. Die Region «Rest der Welt» habe mit einem Plus von 11,7 Prozent ebenfalls zweistellig zugelegt, getragen von starken Zuwächsen in mehreren Schlüsselmärkten.

Gewinn- und Margenzahlen wurden noch nicht bekannt gegeben. Sie folgen zusammen mit den Detailzahlen am 10. März. Lindt gibt sich in der Mitteilung aber zuversichtlich, eine operative Gewinnmarge (EBIT) von mindestens 16,0 Prozent (VJ 15,6%) zu erreichen.

Lindt & Sprüngli rechnet für 2025 mit einem Anstieg der operativen Marge (EBIT) am unteren Ende der Bandbreite von 20 bis 40 Basispunkten. Ab 2026 bestätige der Konzern seine mittel- bis langfristigen Ziele mit einem organischen Umsatzwachstum von sechs bis acht Prozent und einer jährlichen Margenverbesserung von 20 bis 40 Basispunkten.

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