Chefetage unter Druck
VW-Belegschaft fordert heute Antworten zu Mega-Sparplänen

Volkswagen steht vor turbulenten Zeiten. Die Konzernspitze unter Chef Oliver Blume (58) steht ab Dienstag in neun Betriebsversammlungen unter Beschuss. Geplante Einsparungen bedrohen bis zu 120'000 Arbeitsplätze.
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Die Belegschaft von VW ist nicht glücklich über die vorgesehenen Sparmassnahmen.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • VW steht vor neun Betriebsversammlungen in der nächsten Woche
  • Globale Produktpalette wird halbiert, Ausstattungsoptionen um 75 Prozent reduziert
  • 2025 senkte VW deutsche Fabrikkosten durchschnittlich um 20 Prozent
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Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Der Druck auf die Führung des grössten deutschen Autobauers steigt unaufhaltsam. Bei Volkswagen droht nach dem letzten Sparpaket direkt der nächste radikale Kahlschlag. Die bisherigen Massnahmen reichten einfach nicht aus, sagt die Firmenspitze. Im Juli legte die Konzernleitung fest: Sie will jedes zweite Modell streichen, die Ausstattungsoptionen um bis zu 75 Prozent reduzieren und generell die Fabrikkosten drastisch senken.

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Wie genau das gemacht werden soll, legte der Konzern aber bisher nicht offen. Die Arbeitnehmer verlangten Details von Konzernchef Oliver Blume (58), er schwieg aber bisher eisern. Die Belegschaft konnte sich bisher über die Ungewissheit nur masslos ärgern: Laut internen Unterlagen stehen bis 2030 bis zu 120'000 Stellen auf der Kippe.

Neun Betriebsversammlungen in sieben Tagen

Jetzt folgt die Konfrontation mit den Angestellten. Ab Dienstag beginnt eine harte Probe für die VW-Chefetage. Sie muss sich auf neun ausserordentlichen Betriebsversammlungen den wütenden Mitarbeitern stellen. Während Chef Blume in den Schlüsselwerken Wolfsburg, Emden und Zwickau persönlich Rede und Antwort steht, schickt der Vorstand laut Angaben der «Bild am Sonntag» für die restlichen Termine Finanzchef Arno Antlitz (56) und Komponenten-Chef Thomas Schmall (62) an die Front.

Obwohl der weltweit zweitgrösste Automobilhersteller hinter Toyota die Kosten in den deutschen Werken 2025 bereits um durchschnittlich 20 Prozent senken konnte, reicht das laut VW noch lange nicht. In einem Interview auf einer firmeninternen Plattform hat sich Blume gegenüber der Belegschaft schon geäussert: «Die Lage ist mehr als kritisch», betont dort der Vorstandschef laut Angaben der Nachrichtenagentur dpa. Zwar sei der Konzern handlungsfähig, müsse aber nachlegen, um Kapital für neue Technologien und Standorte zu sichern.

«Auf die nächste Woche kommt es an»

Gegenüber der «Bild am Sonntag» legte VW-Boss Blume nach und stimmte die Belegschaft auf stürmische Zeiten ein: «Auf die nächste Woche kommt es an», sagte er. «Die weltweite Autoindustrie ist in einer Mega-Krise. Und der Volkswagen-Konzern ist mittendrin. Geopolitik, Handelsbarrieren, Regulatorik, schwache Märkte und massiver Wettbewerb fordern alle», so Blume.

Anfang August stellte sich die Eigentümerfamilie Porsche-Piëch hinter die Führung des VW-Konzerns. Nach Einschätzung von Hans Dieter Pötsch (75), dem Vorstandsvorsitzenden der Familien-Holding, steht die Volkswagen-Gruppe vor einem historischen Wendepunkt. «Je länger sich die Entscheidungen hinziehen, desto grösser werden die Probleme», betonte der österreichische Manager nach Publikation der Quartalszahlen. «Es gilt nun, sich ausschliesslich auf das unternehmerisch und wirtschaftlich Gebotene zu fokussieren», riet der 75-Jährige.

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