Darum gehts
- Swatch-Chef Nick Hayek kritisiert Trumps Wirtschaftspolitik und Zollentscheidungen öffentlich
- US-Kanzlei untersucht, ob Swatch von rechtswidrigen 39-Prozent-Zöllen profitierte
- Oberster Gerichtshof der USA erklärte Zölle im Februar 2026 für unrechtmässig
Swatch-Patron Nick Hayek (71) macht kein Geheimnis daraus, was er von der Wirtschaftspolitik des US-Präsidenten Donald Trump (80) hält. Er verhöhnte den Staatschef bereits mehrmals öffentlich. Unvergessen bleibt die Swatch-Anzeige zum WEF in Davos Anfang des Jahres: Eine weisse Uhr mit der Endlosschleife «Me, myself and I» («Ich, ich und ich») parodierte Trumps berüchtigten Egoismus.
Besonders Trumps aggressive Zollpolitik trieb den Uhren-König um. Nach den 39-Prozent-Zöllen gegen die Schweiz forderte Hayek im Blick: «Jetzt ist der Moment, in die Offensive zu gehen.» Doch genau dieser Zollstreit droht dem Uhrenmagnaten nun in den USA auf die Füsse zu fallen.
Sammelklage droht
Die Kanzlei Edelson Lechtzin aus Newtown im US-Bundesstaat Pennsylvania will nun untersuchen, ob die Swatch-Gruppe letztendlich von den Zöllen profitiert hat, wie der «Tages-Anzeiger» zuerst berichtete. Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA die Zölle im Februar für rechtswidrig erklärte, konnten Firmen die bezahlten Beträge zurückerstattet bekommen. Der Haken: Viele der Firmen hatten die Preise für ihre Produkte in den USA schon erhöht, um die Zolllast zu mindern.
Die Anwaltskanzlei will laut einer Medienmitteilung herausfinden, ob der Uhrenkonzern auch so vorging. Der Grund: Swatch hätte seinen US-amerikanischen Kunden dann die Überzahlungen erstatten oder gutschreiben müssen. Der Uhrenkonzern ist auch nicht das einzige Schweizer Unternehmen, das die US-Kanzlei deswegen unter die Lupe nimmt. Auch der Genfer Juwelier und Uhrenhersteller Richemont wird von der Kanzlei unter die Lupe genommen.
Neue Anspielung auf die USA mit neuer Moonswatch
Vor wenigen Tagen haben Hayek und Swatch die US-Regierung wieder gehänselt. Der Launch der neuen Moonswatch ist mit einem Bewerbungsprozess verbunden, der eine klare Anspielung auf das US-Einreiseformular «Esta» ist. Das Formular umfasst 32 Fragen – «und erinnert an die Reisevorbereitungen für die USA», wie Swatch in einer Medienmitteilung schrieb.