Dieser Holzofen muss jetzt aus bleiben
0:44
Wegen Hitze:Dieser Holzofen muss jetzt aus bleiben

Catering-Anbieter wird erfinderisch
Feuerverbot stellt Holzofen von Luzerner Pizzaiolo kalt

Caterer Marc Haller aus Kriens LU hat ein Problem. Wegen des Feuerverbots darf er seinen mobilen Pizzaofen nicht nutzen – seit zwei Wochen. Es musste eine andere Lösung her – mit finanziellen Folgen. Auch ein Ostschweizer Pizzaiolo ist betroffen.
Kommentieren
1/8
Für Pizzaiolo Marc Haller ist das Feuerverbot im Kanton Luzern ein Schicksalsschlag.
Foto: Marc Haller

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Feuerverbot seit dem 6. August trifft den Luzerner Pizzaiolo Marc Haller hart
  • Sein Holzofen bleibt kalt, stattdessen nutzt er einen teuren Elektroofen
  • In 13 Kantonen herrscht sehr grosse Waldbrandgefahr, Bund warnt weiter
Bernadette_Hogg_Journalistin Wirtschaftsdesk_Ringier Medien Schweiz_1.jpg
Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Der Ofen ist aus! In normalen Zeiten beglückt Marc Haller aus Kriens LU mit seinem Catering-Angebot Viaggio Pizza Gäste auf Hochzeiten, Geburtstagsfeiern und Firmenanlässen mit frischen Sauerteig-Pizzen. Den Anhänger mit dem authentischen italienischen Holzofen hat er dafür selbst kreiert. Doch in diesem Sommer ist alles anders: Das totale Feuerverbot vermiest Haller gründlich das Geschäft. Seit dem 6. August darf er seinen mobilen Pizzaofen nicht mehr benutzen, wie zuerst die «Luzerner Zeitung» berichtet hat.

Das Feuerverbot hat ihn auf dem falschen Fuss erwischt. «Das komplette Verbot kam überraschend», sagt Haller zu Blick. Nun will er das Beste aus der schlechten Situation machen – und wird erfinderisch. Er setzt für seine Catering-Aufträge stattdessen auf einen Elektroofen. Dabei widerspricht das eigentlich dem Geist seines vor drei Jahren gegründeten Betriebes: Das Versprechen an seine Kunden, frische Holzofenpizzen anzubieten, ist Haller wichtig. Und eine finanzielle Belastung ist es auch: Den Elektroofen musste er kurzfristig zukaufen. Generell hat der Pizzaiolo nach dem Feuerverbot grössere Aufwendungen als sonst.

Kunden zeigen viel Entgegenkommen

Beklagen will sich der Caterer aber nicht – auch weil sich seine Kunden verständnisvoll zeigen: «Sie sind sehr offen, aber auch überrascht, dass es nicht möglich ist», so Haller. Und weiter: «Ich spüre ein grosses Entgegenkommen ihrerseits.» Die Kunden seien froh, dass er in dieser Situation überhaupt Pizzen anbieten kann.

Das Feuerverbot ist für Haller eine Lehre. Auf künftige Hitzesommer will der Koch besser vorbereitet sein. Wann das Verbot aufgehoben wird und er zu seinem normalen Holzofenbetrieb zurückkehren kann, weiss Haller nicht. Aber: «Ich hoffe, dass der Regen in den nächsten Tagen die Erlösung bringt.»

Appenzeller Pizzaiolo leidet noch mehr

Auch in der Ostschweiz bringt das dortige Feuerverbot einen Pizzaiolo in die Bredouille: Angelo DaNazaret (25) aus Herisau AR darf den Holzofen in seinem Foodtruck schon seit Ende Juli nicht mehr anfeuern. Dabei wäre der August eigentlich sein umsatzstärkster Monat. Für DaNazaret ist die Lage noch schwieriger als für Haller. Denn er hat keine Ausweichlösung. Sein Pizzamobil steht in der Tiefgarage, der Pizzaiolo und seine zwei Mitarbeiter können nichts machen. Alle Einnahmen sind weg.

Das Schicksal von DaNazaret hat in der Blick-Community viel Mitleid erweckt. Zwar haben viele – wie auch Haller und DaNazaret – Verständnis für die Vorsicht der Behörden. Dass ausgerechnet ein Pizzaofen einen Waldbrand entfachen kann, sieht Leser Mario Siala aber kritisch: Die Behörden haben «mal wieder den gesunden Menschenverstand verloren», so seine Meinung. Auch Sabine Hirsiger-Oberholzer sieht bei einem sicher eingebauten Ofen in einem Pizzawagen, der gewöhnlich auf einem Parkplatz steht, keine grosse Gefahr für ein versehentlich ausgelöstes Feuer.

Waldbrandgefahr bleibt hoch

Auch wenn die ganz hohen Temperaturen vorbei sind: Die aktuelle Waldbrandgefahrenlage bleibt hoch. 22 Kantone halten an einem absoluten Feuerverbot fest, wie das Bundesamt für Umwelt (Bafu) informiert. Die Gefahrenstufe ist auch entsprechend hoch: In 13 Kantonen herrscht sehr grosse Gefahr, wo der Ausbruch von Bränden jederzeit möglich sein sollte und der Waldbrand kaum zu löschen wäre. In den übrigen 13 Kantonen herrscht grosse Gefahr, wo brennende Streichhölzer, Funkenflug eines Grillfeuers oder Blitzschläge sehr wahrscheinlich ein Feuer entfachen würden.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen