Debatte um Feuerverbot für Pizzaofen
«Beamte haben den gesunden Menschenverstand verloren»

Das geltende Feuerverbot setzt einen Pizzawagen wegen seines Holzofens ausser Betrieb. Der Fall sorgt für eine kontroverse Debatte unter den Leserinnen und Lesern. Wie weit sollten Feuerverbote angesichts der anhaltenden Trockenheit gehen?
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Im Foodtruck von Angelo DaNazaret wird seit Tagen nicht mehr gebacken.
Foto: PD

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Foodtruck-Betreiber in Herisau wegen Feuerverbot seit 17. Juli lahmgelegt
  • Behörden verweigern Ausnahme, Solidarität wächst
  • Die Reaktionen auf das Feuerverbot fallen kontrovers aus
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Sarah RiberzaniRedaktorin Community

Der Rekordsommer bringt nicht nur Hitze und Trockenheit, sondern stellt auch Unternehmen vor unerwartete Probleme. Für den Pizzaiolo Angelo DaNazaret (25) aus Herisau AR bedeutet das geltende Feuerverbot: Sein Foodtruck steht still, weil er seinen Holzofen nicht mehr betreiben darf. Ausgerechnet im umsatzstarken August bleiben damit Aufträge und Einnahmen aus.

Dabei geht es um mehr als um Pizza. DaNazaret hat Verständnis für den Schutz vor Waldbränden und akzeptiert grundsätzlich, dass bei extremer Trockenheit besondere Regeln gelten. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie weit solche Verbote gehen sollen – und ob in konkreten Fällen stärker zwischen tatsächlichem Risiko und pauschalen Vorgaben unterschieden werden müsste.

Forderung nach mehr Augenmass

Die Reaktionen auf das Feuerverbot fallen in der Blick-Community kontrovers aus. Viele Leserinnen und Leser haben Verständnis für die Vorsicht der Behörden, halten die Regelung in solchen Fällen jedoch für zu pauschal.

Leser Mario Siala etwa kritisiert das Vorgehen mit Ironie. «All diese Waldbrände wurden bestimmt von solchen Pizzaöfen entfacht», schreibt er. Die Behörden hätten «mal wieder den gesunden Menschenverstand verloren». Statt dem Pizzabäcker die Arbeit zu verbieten, hätte man nach einer pragmatischen Lösung suchen können – etwa mit einem Mindestabstand von 200 Metern zum Wald. «Übrigens werden die meisten Waldbrände durch weggeworfene Zigaretten, Glas oder Brandstiftung verursacht», doppelt er nach.

Auch Sabine Hirsiger-Oberholzer plädiert für mehr Augenmass: «Dass ich als Privatperson im Garten kein offenes Feuer machen darf, ist für mich in Ordnung.» Bei einem sicher eingebauten Ofen in einem Pizzawagen, der meist auf einem Parkplatz stehe, sei die Situation jedoch eine andere. Das Verbot sei deshalb «nicht differenziert».

Patrick Knif kritisiert die wirtschaftlichen Folgen und fordert mehr Pragmatismus. «Diese Bürokratie ist ein weiteres Mal wirtschaftsschädigend», schreibt er. Für Standorte ohne Wiese, Wald oder Bäume sollte seiner Meinung nach eine Sonderbewilligung möglich sein.

Verständnis für strikte Regeln

Doch es gibt auch Stimmen, die das Vorgehen der Behörden verteidigen. Andrea Lutz hält fest: «Feuerverbot gilt für alle. Es ist viel zu trocken und nur ein paar Funken reichen, um ein Feuer zu starten.»

Ähnlich argumentiert Leser Urs Wyss. Er könne den Ärger für kleine Unternehmen zwar verstehen, halte das Verbot angesichts der extremen Trockenheit aber für richtig. «Bei einem Holzofen lässt sich nie ganz ausschliessen, dass Funken oder Glut austreten. In einer solchen Extremsituation muss der Schutz vor Wald- und Flurbränden Vorrang haben, auch wenn das für einzelne Betriebe schmerzhafte Konsequenzen bedeutet.»

Wie siehst du das? Wie weit sollten Feuerverbote angesichts der anhaltenden Trockenheit gehen? Und braucht es dabei mehr Spielraum für Ausnahmen? Schreib deine Meinung in die Kommentare! 

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