Petition gibt Ilanzer Gemeindepräsident Marcus Beer den Rest
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«Es ist zum Davonlaufen!»:Petition gibt Gemeindepräsident Beer den Rest

Bündner Rentner-Rebellin jubelt
Ilanzer Gemeindepräsident scheitert mit Strafanzeige gegen Münz-Petitionärinnen

Videoaufnahmen vom wütenden Ilanzer Gemeindepräsidenten Marcus Beer sorgten im Februar für Schlagzeilen. Bei einer Petitionsübergabe verlor er die Fassung. Jetzt entscheidet die Bündner Staatsanwaltschaft: Die Aufnahmen waren legal.
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Berta Caminada (78) setzt sich für die Bargeldnutzung ein. Jetzt feiert sie einen kleinen Sieg.
Foto: Thomas Meier

Darum gehts

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  • Ausraster wegen Münz-Petition: Ilanzer Gemeindepräsident Marcus Beer gerät in die Kritik
  • Strafanzeige gegen Petitionärinnen scheitert: Video-Aufnahmen waren legal
  • Initiative für Bargeldzahlung soll bis 2027 im Kanton Graubünden zur Abstimmung kommen
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Robin WegmüllerRedaktor Wirtschaft

Es war ein Aufreger über die Gemeinde- und Kantonsgrenzen hinaus. Anfang Februar verlor der Gemeindepräsident von Ilanz GR, Marcus Beer (64, parteilos), bei einer Petitionsübergabe kurzzeitig die Fassung. Er stauchte das Komitee um Ingrid Albin und Berta Caminada (78) zusammen, bezeichnete den Vorstoss, der sich für Münz als Zahlungsmittel stark macht, als «Scheissdreck». Das Ganze wurde von den Petitionären auf Video aufgezeichnet. Die scharfen Worte des Gemeindepräsidenten gingen viral.

Das liess Beer nicht auf sich sitzen. Obwohl er sich für sein Verhalten entschuldigte, reichte er Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Graubünden ein. Diese eröffnet allerdings keine Untersuchung, wie die Petitionsgruppe mitteilt. Die Videoaufnahmen waren legal. Es handle sich bei der Petitionsübergabe um ein öffentliches Gespräch. Zudem habe Beer in Richtung Kamera gesprochen, darum werde von einer mutmasslichen Einwilligung ausgegangen, so das Schreiben, das dem Blick vorliegt. Die «Südostschweiz» hat zuerst darüber berichtet.

«Kapitel abgeschlossen»

Die Petitionärinnen bekommen weder eine Busse noch müssen sie Verfahrenskosten übernehmen. Gross überrascht ist Berta Caminada nicht. «Wir haben ja nichts gemacht – auch nicht provoziert», so die Rentnerin im Gespräch mit Blick. «Für mich ist dieses Kapitel abgeschlossen.»

Ein anderes dafür umso weniger. Die Bündnerin kämpft weiterhin fürs Zahlen mit Münz. Caminada und ihre Mitstreiter haben die Nase voll von QR-Codes, Park-Apps und Automaten, die nur Twint und Kreditkarten akzeptieren. Sie gehen mit einer Volksinitiative gegen die fortschreitende Digitalisierung in die Offensive – auf Kantonsebene. Die parteilose Bonaduzerin lancierte im Juni die kantonale «Anti-Diskriminierungs-Initiative».

Ihr Ziel: Überall dort, wo Leistungen vom Staat oder von staatsnahen Betrieben angeboten werden, soll weiterhin auch mit Bargeld bezahlt werden können. Betroffen wären etwa Postautos, öffentliche Parkplätze oder öffentliche Toiletten. Digitale Zahlungsmöglichkeiten sollen zwar bleiben – Bargeld aber nicht verschwinden.

Mit der Unterschriftensammlung ist Caminada sehr zufrieden: «Ich habe grosse Freude. Es helfen sehr viele Menschen mit.» Eingereicht ist die Initiative noch nicht. Die Rentnerin rechnet damit, dass die Abstimmung im nächsten Jahr vors Volk gelangt. Dann können Bündnerinnen und Bündner selbst über ihre Bargeldnutzung entscheiden.

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