Darum gehts
- In Brienz GR wird ein Haus für 900 Franken monatlich vermietet
- Das Haus liegt in einer Gefahrenzone und wird 2027 abgerissen
- Hypothek und Versicherungskosten betragen aktuell rund 1000 Franken monatlich
Was für ein Angebot! In Brienz GR ist ein 5,5-Zimmer-Einfamilienhaus ausgeschrieben – für schlappe 900 Franken im Monat, inklusive Nebenkosten. Es ist gut im Schuss, Teil eines historischen Ensembles und hat eine grosse Terrasse mit bester Sicht in die Berge. Dumm nur: Es steht in der Gefahrenzone des von einem Bergsturz bedrohten Dorfes – 400 Meter vom Schuttkegel entfernt. Und wird im April 2027 abgerissen, wie die «Südostschweiz» zuerst berichtet.
Seit der Evakuierung 2024 steht das Haus leer. Und das, obwohl es eigentlich sofort bezugsbereit wäre und man das Dorf seit dem 26. Januar wieder betreten darf. «Es hat vier Schlafzimmer, eine gemütliche Stube und vier Parkplätze», sagt Besitzer Damian Arpagaus (59) im Gespräch mit Blick. «Das ist doch ideal für Biker oder Wintersportler, etwa für eine Sportler-WG.» Trotz des verlockenden Angebotes rennen ihm Interessenten aber nicht die Türe ein. Deshalb ist er mit der Miete auch von 1100 Franken auf 900 Franken runter.
Einfach nur die Kosten decken
Arpagaus ist in Brienz aufgewachsen. Das Haus war sein Feriendomizil, deshalb liegt es ihm am Herzen. Gewinn machen will er nicht mit der Vermietung. Sondern einfach die Kosten decken, wie er sagt. «Hypothek und Versicherung belaufen sich auf rund 1000 Franken pro Monat», führt er aus. Arpagaus lebt heute mit Frau und Kindern im Kanton Nidwalden. Er bekommt zwar eine Entschädigung für das Haus, das er abbrechen lässt. Aber erst 2027. Kosten hat er aber schon heute. So muss er etwa ein Screening machen lassen, das aufzeigt, ob es Schadstoffe wie Asbest im Haus gibt.
Weiterhin selber in Brienz seine Ferien zu verbringen, ist für Arpagaus keine Option. «Ich saniere kein Haus für 150'000 Franken, das ich im besten Fall in drei Jahren wieder verlassen muss. Der Berg ist nämlich immer noch in Bewegung», sagt er. Und betont: «Wird Brienz noch einmal evakuiert, muss der Mieter natürlich keinen Zins bezahlen.»