Darum gehts
- In Elstal bei Berlin soll am 1. Juli 2027 der «Bibi und Tina»-Freizeitpark eröffnen
- Der Betreiber hat umgerechnet 55,81 Millionen Franken investiert, Eintritt soll kostenlos sein
- Der Park entsteht auf einem früheren Militärgelände
Ob Phantasialand, Heide- oder Europa-Park: Schweizerinnen und Schweizer lieben deutsche Freizeitparks. Jedes Jahr strömen allein in den Europa-Park 1,5 Millionen Menschen aus der Schweiz.
Schon bald wächst die Auswahl um eine weitere Attraktion: In Elstal, 45 Autominuten westlich von Berlin, soll am 1. Juli 2027 der neue Erlebnispark «Bibi und Tina» eröffnen – inspiriert von der gleichnamigen Kinderserie. Auf über fünf Fussballfeldern entstehen derzeit vier Themenbereiche. Diese sind mit dem «Martinshof» und dem «Schloss Falkenstein» ebenfalls der kultigen Serie nachempfunden – eine Art Spin-off von Bibi Blocksberg.
«Karaokecoaster», echte Tiere und Gratis-Eintritt
Die Bereiche sollen sowohl Indoor- als auch Outdoor-Attraktionen beinhalten. Ein Highlight ist die geplante Achterbahn mit zwei parallel verlaufenden Strecken, wo sich die Wagen immer wieder kreuzen. Es ist die erste ihrer Art in Deutschland. Grosse, in die Wagen eingebaute Musikboxen geben ihr den Spitznamen «Karaokecoaster». Weil Bauernhoftiere in der Serie zentral sind, soll es im Park auch echte Pferde, Ponys, Ziegen und Hühner geben.
Hinter dem Mega-Projekt steckt der deutsche Investor Robert Dahl (55). In der Branche ist er kein Unbekannter: Als Gründer von Karls Tourismus hat er auch die beliebten Karls Erlebnis-Dörfer von einem kleinen, familiengeführten Erdbeeranbaubetrieb zu einer der erfolgreichsten Freizeitpark-Ketten des Landes gemacht. Heute gibt es sieben in ganz Deutschland, eines der Dörfer liegt direkt neben dem geplanten Erlebnispark Bibi und Tina.
Karls Tourismus gibt an, 60 Millionen Euro (umgerechnet 55,8 Millionen Franken) in das Projekt investiert zu haben. Das Besondere an Robert Dahls Erlebnis-Dörfern: Der Eintritt ist stets kostenlos – Umsatz generiert die Kette über Bahnen, Gastronomie, Souvenirs und Hotelübernachtungen. Auch der neue Park soll ohne Eintrittsbillett auskommen.
Wo einmal Kasernen der Nazis und Sowjets standen
Das Gelände, auf dem der neue Freizeitpark entsteht, hat eine bewegte Vorgeschichte: Lange gammelten alte Kasernengebäude vor sich hin, die immer wieder Fans von sogenannten Lost Places anzogen. Die Nationalsozialisten errichteten dort die Löwen-Adler-Kaserne in den 1930er-Jahren und nutzten sie als strategischen Militärstandort. Nach 1945 ging das Areal an die sowjetischen Besatzungstruppen über. Zu DDR-Zeiten war es einer der grössten Standorte der sowjetischen Streitkräfte in Ostdeutschland.
Die Gemeinde liess das Gelände verkommen. Laut der «Bild»-Zeitung liess es Dahl auf eigene Kosten aufräumen. 13 Meter tief wurde der Boden abgetragen. Er und sein Team hätten alte Mörsergranaten, viel Munition und drei alte Tankstellen gefunden, so Dahl. Eine davon hatte noch 17'000 Liter Diesel im Tank.