Darum gehts
- 2025 verlor Zürich netto 252 Firmen an andere Kantone
- Tiefsteuer-Kanton Zug gewann 68 Unternehmen hinzu, Luzern bleibt Abwanderungsort
- Über 38'000 Firmen zogen in der Schweiz um, 7500 wechselten Kantone
Schlechte Kunde für den Wirtschaftsstandort Zürich: 2025 verlor der bevölkerungsreichste Kanton der Schweiz viele Unternehmen an andere Kantone, wie aus einer Erhebung von Crif hervorgeht. Die Zürcher Wirtschaftsauskunftei hat untersucht, wohin letztes Jahr im Handelsregister eingetragene Firmen innerhalb der Schweiz umzogen.
Insgesamt verlegten über 38'000 Unternehmen ihr Domizil innerhalb der Schweiz, wobei 80 Prozent der Firmenumzüge innerhalb des Heimatkantons erfolgten. 7500 Firmen wagten aber einen Kantonswechsel. Der grosse Verlierer heisst Zürich: Unter dem Strich verliessen 252 Unternehmen den Kanton. Der Kanton Bern zum Vergleich weist die zweithöchste Netto-Abwanderung auf, verzeichnet mit 117 Wegzügen aber weniger als halb so viele Firmenabgänge. Ebenfalls verloren haben Obwalden und Appenzell Ausserrhoden.
Bei der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich relativiert man die Zahlen – und betont die Stärke als Standort für neue Unternehmen: «Trotz Netto-Wegzug wächst die Zahl der Unternehmen im Kanton Zürich», teilt ein Sprecher mit. Der Kanton verzeichne Neugründungen von über 9000 Unternehmen pro Jahr. «Es werden also viel mehr Unternehmen gegründet als abwandern.»
Tiefsteuer-Paradies Zug profitiert
Die Crif-Auswertung zeigt: Wenn Firmen einen Kanton verlassen, zieht es sie oft nicht weit weg. So musste Zürich die meisten Unternehmen an die Nachbarkantone Zug, Aargau und Schwyz abgeben. Der Kanton Bern verlor die meisten Firmen an Solothurn.
Der grösste Profiteur der Firmensitz-Verlegungen innerhalb der Schweiz ist der Kanton Zug. Er verzeichnete 2025 eine Zuwanderung von netto 68 Firmen. Dabei verlor die Tiefsteuer-Hochburg zuletzt den Titel als steuergünstigster Standort der Schweiz – an Luzern. Der Zentralschweizer Kanton ist in diesem Jahr die neue Nummer 1, weil er die Unternehmenssteuer von 11,91 auf 11,66 Prozent gesenkt hat. Trotzdem zogen im letzten Jahr mehr Firmen aus Luzern weg, als der Kanton neu hinzugewann.
Die beiden anderen Gewinnerkantone sind etwas überraschend Solothurn und Graubünden. Beim erstgenannten Kanton hat die Steuerbelastung für Unternehmen, die sowieso vergleichsweise hoch ist, nochmals leicht zugenommen.