Darum gehts
- Elm plant Campingplatz mit 80 bis 100 Stellplätzen
- TCS investiert 2,4 Mio. CHF in Campingplatz, Eröffnung frühestens 2030
- Ambitioniertes Ziel: 25'000 Logiernächte jährlich
Der Tourismus sorgt im Glarnerland immer wieder für Aufsehen. Zuletzt umso mehr, als die Sportbahnen Braunwald ihr Ski-Aus verkünden mussten. Der Betrieb auf 1256 bis 1900 Meter über Meer ist zu teuer, Schnee und Gäste gibt es für ein rentables Geschäft zu wenig. Verschiedene Kreise des autofreien Bergdorfs akzeptieren den Entscheid aber nicht. An der Generalversammlung der Bergbahnen hagelte es darum Kritik. Die Zukunft der Sportbahnen? Aktuell unklar.
Während einer touristischen Hauptader in Braunwald das Aus droht, steht eine andere Feriendestination im Glarnerland vor einem wichtigen Schritt nach vorne. In Elm ist nämlich ein grosser, neuer Campingplatz in Planung, wie die «Glarner Nachrichten» berichten. Es wäre der Erste überhaupt in Glarus Süd.
TCS als Betreiber
Bereits seit fünf Jahren berät man im Sernftal über das Projekt. Ausgangspunkt war auch hier die eine viel diskutierte Frage: Wie schafft es die Region, mehr Gäste ins Glarnerland zu locken? Aus den Gesprächen entstand die IG Campingplatz, welche das Projekt seither vorantreibt.
Betrieben werden soll der Camping vom Touring Club Schweiz (TCS). Dieser war von Beginn weg Feuer und Flamme für die Idee. «Ein Campingplatz ist eine optimale, langfristige Ergänzung für die Region», erklärt der TCS gegenüber Blick. «Ausserdem passt der Standort Elm gut zu uns, da es in der Region keine anderen TCS-Campingplätze gibt.» Der Touring Club ist mit 26 Anlagen der grösste Schweizer Camping-Betreiber.
Ambitioniertes Ziel
In Elm sind 80 bis 100 Stellplätze in Planung, darunter auch Glamping-Angebote wie Pods oder Bungalows. Platz für Dauercamper hat es keinen. Neben den Toilettenanlagen gibt es Trocken- und Skiräume, eine Rezeption und einen Minimarkt. Der Campingplatz soll übers ganze Jahr offen sein. «Die Detailplanung ist aber noch nicht definiert», so der TCS.
4,8 Millionen Franken soll der Camping kosten. Die Hälfte davon stemmt der TCS. Das Ziel ist mit 25'000 Logiernächten pro Jahr ambitioniert. Zum Vergleich: Elm verzeichnet aktuell 54'000 Logiernächte.
Eröffnung 2030
Wenig überraschend kommen die Pläne auch beim Tourismusverband Visit Glarnerland gut an. Ein Campingdorf werde Elm dadurch aber nicht. «Zusätzliche Logiernächte im Sernftal sind allerdings zentral», erklärt Geschäftsführerin Janina Schiesser auf eine Blick-Anfrage. Der Camping hält Gäste länger im Tal. Davon profitieren Gastronomie, Detailhandel und Bergbahnen. «So sichern wir langfristig auch Arbeitsplätze», meint Schiesser.
Wie geht es jetzt konkret weiter? Die Wiese am Dorfeingang, die der Gemeinde gehört, liegt in der Landwirtschaftszone, wie die «Glarner Nachrichten» schreiben. Eine Umzonung ist darum unumgänglich. Diese ist Gegenstand einer Nutzungsplanung, welche aktuell öffentlich aufliegt. Vieles hängt dann vom politischen Prozess ab. Der TCS hofft, dass er den Platz spätestens 2030 eröffnen kann – und damit mehr Menschen ins Glarnerland strömen.