Darum gehts
- Hohe Temperaturen belasten den Körper stark, besonders bei mehr als 30 Grad
- Ältere Menschen und Kinder sind bei Hitzewellen besonders gefährdet
- Tipps: Genügend trinken, Sonne meiden, gefährdete Personen unterstützen
Viele unterschätzen, wie stark Hitze den Körper belastet. Entscheidend ist nicht nur die Temperatur, sondern auch, ob der Körper die Wärme noch genügend abgeben kann. Wenn das nicht mehr gelingt, gerät die Temperaturregulation aus dem Gleichgewicht. Wie stark jemand betroffen ist, hängt von Alter, Gesundheit, Aktivität und Gewöhnung an Hitze ab. Schon Tage mit über 30 Grad können zur Belastung werden.
Dein Körper versucht, seine Temperatur bei rund 37 Grad stabil zu halten. Bei Hitze läuft die Kühlung auf Anschlag: Die Blutgefässe weiten sich, der Körper schwitzt und gibt Wärme über die Haut ab. Wenn die Luft sehr feucht ist, funktioniert die Verdunstung schlechter und die Abkühlung wird erschwert. Gleichzeitig steigt die Belastung für Kreislauf und Herz, die Konzentration kann sinken. Wird es zu warm im Körper, kann das gefährlich werden und Organe schädigen.
Hitzewelle: Mehr als nur heisse Tage
Eine Hitzewelle entsteht nicht nur durch hohe Temperaturen. Auch wenig Wind, starke Sonneneinstrahlung und hohe Luftfeuchtigkeit spielen eine Rolle. Besonders belastend sind «Tropennächte». Wenn es nachts kaum abkühlt, kann sich der Körper nicht genügend erholen. Wenn die Tiefsttemperatur während eines Tages nicht unter 20 Grad fällt, spricht Meteo Schweiz von einer Tropennacht. Die Belastung steigt vor allem dann, wenn heisse Tage und Nächte über längere Zeit aufeinanderfolgen.
Wer besonders gefährdet ist
Gefährdet sind vor allem ältere Menschen, Babys, Kleinkinder und Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder anderen chronischen Beschwerden. Mit zunehmendem Alter arbeitet die Temperaturregulation oft weniger zuverlässig. Viele ältere Menschen schwitzen weniger und haben weniger Durst, wodurch das Risiko für Flüssigkeitsmangel steigt.
Bei Kindern kann der Körper Wärme ebenfalls schlechter ausgleichen. Deshalb reagieren sie schneller empfindlich auf hohe Temperaturen. Warnzeichen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, starke Müdigkeit, Schwäche oder Verwirrtheit sollten ernst genommen werden.
Hitze nicht unterschätzen
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt einfache Massnahmen, um die Wohnung möglichst kühl zu halten. Tagsüber sollten Fenster geschlossen bleiben und wenn möglich von aussen beschattet werden, etwa mit Fensterläden oder Storen. Gelüftet wird am besten nachts oder früh am Morgen, wenn die Aussentemperaturen tiefer sind als in der Wohnung.
Falls es nötig ist, kann tagsüber kurz stossgelüftet werden. Zudem lohnt es sich, nicht zwingend benötigte elektrische Geräte auszuschalten, da sie zusätzlich Wärme erzeugen.
Die häufigsten Hitzebeschwerden
- Sonnenstich
Nach langer direkter Sonneneinstrahlung können Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Schwindel auftreten. In schweren Fällen kann es zu Bewusstseinsstörungen kommen. - Hitzschlag
Der Körper kann die Wärme nicht mehr ausreichend abgeben. Die Temperatur steigt stark an, Betroffene können verwirrt wirken oder das Bewusstsein verlieren. Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall. - Hitzekollaps
Durch die Erweiterung der Blutgefässe kann der Blutdruck absinken. Das führt zu Schwäche, Schwindel oder einer Ohnmacht. - Hitzekrämpfe
Starkes Schwitzen kann zu einem Verlust von Flüssigkeit und wichtigen Salzen führen. Die Folge können schmerzhafte Muskelkrämpfe sein. - Hitzeausschlag
Wenn Schweiss nicht richtig verdunsten kann, können kleine rote oder juckende Bläschen auf der Haut entstehen.