Leser filmt die Suchaktion nach Ueli Kestenholz (†50)
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Kurz nach der Lawine:Leser filmt die Suchaktion nach Ueli Kestenholz (†50)

Video zeigt den Einsatz nach der Lawine
Augenzeuge erlebt das Kestenholz-Drama hautnah mit – und will helfen

Die Schweiz trauert um Snowboard-Legende Ueli Kestenholz (†50). Nun berichtet ein Augenzeuge von den dramatischen Minuten im Lötschental.
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Ueli Kestenholz: Die Schweizer Snowboard-Legende wurde nur 50 Jahre alt und hinterlässt seine Frau und zwei Kinder.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Snowboard-Legende Ueli Kestenholz stirbt mit 50 Jahren in Lötschental-Lawine
  • Leserreporter filmt dramatische Suchaktionen mit Helikoptern und Hunden am Unglücksort
  • Es passierte gemäss Augenzeuge am Rande einer gesperrten Piste
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Matthias DubachLeiter Reporter-Pool Blick Sport

Es ist eigentlich ein Prachtstag im Walliser Lötschental, doch er endet mit dem Lawinentod von Snowboard-Legende Ueli Kestenholz (†50) tragisch. Nun meldet sich bei Blick ein Leserreporter, der das Drama im Skigebiet der Lauchernalp oberhalb von Wiler VS von Nahem miterlebt hat. 

«Ich habe den Tag auf den Pisten verbracht», sagt der Hobby-Skifahrer, der anonym bleiben will. Es tun ihm an diesem Tag viele gleich: Die Bedingungen mit viel Neuschnee und viel Sonnenschein sind an diesem Sonntag grandios.

Irgendwann bricht die verhängnisvolle Lawine am Hockuchriz los. Den Abgang sieht er nicht. Doch als er freie Sicht auf den betreffenden Osthang hat, erkennt er, dass sich eine grosse Schneemasse am Gegenhang Richtung Tal bewegt hat. «Ich habe mich beim Bergbahnpersonal gemeldet, aber sie brauchten keine zusätzlichen Leute zum Sondieren.»

«Es kam noch eine Nachlawine runter»

Deshalb beginnt der Leserreporter, die Szenerie zu filmen. Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiss: Ein Snowboarder wurde von der Lawine erwischt, es ist der einstige Olympia-Medaillengewinner aus Gwatt BE. 

«Es kam dann auch noch eine Nachlawine runter», berichtet der Leserreporter. Zu diesem Zeitpunkt ist auf dem Video zu erkennen, dass sich bereits wieder Ski- oder Snowboardfahrer oder -fahrerinnen in der Nähe der frisch abgebrochenen Schneemasse bewegen. 

Weil bald mehrere Helikopter im Einsatz und auf der Lawine Suchaktionen zu sehen sind, wird dem Augenzeugen klar: Hier ist die Lage ernst. «Es gab im Gebiet schon zuvor mehrere Lawinen an anderen Stellen», schildert der Hobby-Skiläufer, «es waren auch andere Osthänge betroffen.»

Ein Heli landete direkt neben dem Restaurant Bergsunnä

Deshalb seien auch exponierte Stellen wie der Höhen-Panoramaweg in Richtung Lötschenpass oder auch im Skigebiet selbst, die Rote Piste Nummer 6, gesperrt gewesen. Diese Piste führt von der Liftstation Gandegg zur Hockenalp, in diesem Bereich ereignet sich das Drama um Kestenholz. «Man hat an diesem Tag aber auch in den gesperrten Bereichen sehr viele Spuren gesehen», sagt der Augenzeuge. 

Er schildert weiter: «Es war aus der Ferne nicht zu erkennen, ob der Heli jeweils einfach Retter und Hunde abgesetzt hat oder bereits ein Opfer abtransportiert wurde.»

Später sitzt der Leserreporter im Restaurant «Bergsunnä» auf der Lauchernalp beim Kaffee. So kriegt er aus nächster Nähe mit, wie ein Heli landet, eine weitere Rettungscrew inklusive Lawinenhund aufnimmt und wieder abhebt. 

Wie verhängnisvoll es nach der Rettungsaktion weitergegangen ist, erfährt der Hobby-Skifahrer erst zwei Tage danach, als die Hiobsbotschaft aus dem Spital von Sion eintrifft. Die Nachricht von Kestenholz’ Tod schockt am Dienstag die Schweiz. «Es war ein furchtbares Gefühl, plötzlich zu realisieren, dass jemand in dieser Lawine gestorben ist.»

Mittlerweile ist das Kestenholz-Drama auch von offizieller Seite bestätigt, die Walliser Kantonspolizei teilt mit: «Die formelle Identifikation ergab, dass es sich beim Opfer um den 50-jährigen Schweizer Profisportler Ulrich Samuel Kestenholz handelt.»

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