Ueli Kestenholz ist im Alter von 50 Jahren bei einem Lawinenunglück im Wallis ums Leben gekommen. Dies berichtet die «Berner Zeitung» und bezieht sich dabei auf Angaben aus dessen Freundeskreis. Zuvor hat die Kantonspolizei Wallis berichtet, dass am Sonntag ein Snowboarder am «Hockuchriz» von einer Lawine verschüttet und nach der Bergung ins Spital in Sitten geflogen worden sei. Am Dienstagmittag bestätigt Swiss-Ski seinen Tod.
«Wir sprechen den Angehörigen und Nahestehenden von Ueli unser tiefstes Beileid aus», äussert sich Swiss-Ski-Präsident Peter Barandun zum tragischen Unglück. Einen Namen machte sich Kestenholz in den 90er-Jahren im damals noch jungen Snowboard-Sport. 1998 gewann er bei der ersten Olympia-Austragung im japanischen Nagano Bronze im Parallel-Riesenslalom. Erfolgreich war er auch an den Weltmeisterschaften, wo er 1995 ebenfalls Bronze und 1999 Silber holte.
Dabei begann sein Weg im Schneesport noch auf zwei Brettern. Als er mit 14 Jahren das Snowboarden für sich entdeckte, war er Mitglied eines Skiclubs. In einem Interview mit Tamedia erklärte er seinen Wechsel: «Das Snowboard bot die Möglichkeit, mein liebstes Gefühl, das Gleiten seitwärts, auch im Winter zu erleben.»
Film- und Fotoprojekte nach Snowboard-Karriere
Nach den Olympischen Spielen 2006 in Turin beendete er seine aktive Karriere. Dem Outdoor-Sport blieb er aber erhalten: Als Freerider und Paraglider war er in zahlreiche Film- und Fotoprojekte involviert. Besonders eine Dokumentation eines Speedride-Abenteuers an Eiger, Mönch und Jungfrau, das im Rahmen des Projekts «Play Gravity» gemeinsam mit seinem Freund Mathias Roten entstanden ist, sorgte 2007 für grosse Aufmerksamkeit. Roten verstarb ein Jahr später bei einem Gleitschirmunfall im Walliser Lötschental.
Trotz dieser Tragödie führte Kestenholz seine Leidenschaft weiter. Frei nach dem auf seiner persönlichen Homepage beschriebenen Motto «Das Leben ist zu kurz für eine Sportart» bot er auch Splitboard-Camps und Tandem-Flüge an. Bis zuletzt war er also viel in der Natur unterwegs, führte Interessierte in seine Passionen ein und teilte sie mit Gleichgesinnten.
Kestenholz hinterlässt seine Frau und zwei Söhne im Alter von 17 und 9 Jahren.