Heftige Augen-Probleme
Podladtchikovs Olympia-Traum ist geplatzt

Nach dem Laax-Aus ist nun endgültig klar: Iouri Podladtchikov muss sein Olympia-Ziel begraben. Ob dies das erneute Ende seiner Karriere ist, lässt der Snowboard-Star offen.
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Noch einmal auf der grösstmöglichen Bühne durch die Luft fliegen: Dieses Ziel verfolgte Iouri Podladtchikov.
Foto: Claudio Thoma

Darum gehts

  • Iouri Podladtchikov muss seinen Olympia-Traum begraben
  • Snowboard-Chef spricht über Podlatchikovs Olympia-Aus
  • Podladtchikov muss eine schmerzhafte Niederlage verkraften
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Nicola AbtReporter Sport

Es ist ein Auftritt, der so nicht zu erwarten war. Am Mittwochabend meldet sich Halfpipe-Olympiasieger Iouri Podladtchikov (37) in einer Medienrunde zu Wort. Und das im Rahmen einer Pressekonferenz zum Laax Open, das am Wochenende stattfindet.

Nur: Podladtchikov wird dort nicht antreten. Was hat der Snowboard-Star also zu sagen? «Leider bereitet mir mein Auge noch immer Probleme», beginnt er zu erzählen. «Wenn ich nach oben schaue, dann sehe ich euch doppelt.» Auslöser war ein Sturz im November im Training am Kitzsteinhorn in Österreich. 

Dabei verletzte er sich schwer. Podladtchikov zog sich eine Luxation der rechten Schulter sowie eine Fraktur der rechten Augenhöhle zu, die operiert werden musste. Inzwischen wurde ein zusätzlicher Eingriff nötig. «Mein Augen-Problem kann morgen vorbei sein, aber es kann auch noch monatelang dauern.» Diese Ungewissheit macht ihm zu schaffen. 

Und führt dazu, dass er die Olympischen Winterspiele mit grösster Wahrscheinlichkeit verpassen wird. Für den Halfpipe-Spezialisten wäre das eine schmerzhafte Niederlage. Schliesslich hat der Superstar seit seinem überraschenden Comeback Anfang des letzten Jahres alles auf die Olympischen Spiele ausgerichtet. Er wollte noch einmal angreifen, noch einmal beweisen, dass er auf der grösstmöglichen Bühne konkurrenzfähig ist.

Klartext vom Snowboard-Chef

Dieses Vorhaben muss Podladtchikov nun begraben. Dass sein Olympia-Traum geplatzt ist, schien eigentlich nach dem Laax-Aus bereits klar. Schliesslich bestritt er in diesem Jahr noch keinen Wettkampf. Ein Start in der Heimat wäre seine letzte Möglichkeit gewesen, sich für Olympia aufzudrängen.

Doch dann sorgte eine Meldung von Swiss Ski zu Beginn der Woche für Verwirrung. Dort war die Rede davon, dass Podladtchikov zwar nicht in Laax starten könne, seine Olympia-Chancen aber noch am Leben seien. Das ist zwar faktisch richtig, aber alles andere als realistisch.

Schweizer Olympia-Teilnehmer stehen fest

Sacha Giger, Direktor Ski Freestyle & Snowboard, ordnet die Situation wie folgt ein: «Zu 99,9 Prozent ist Iouri nicht dabei. Sollte sich jemand der vier Olympia-Teilnehmer verletzen, wäre er eine Option – aber nur dann.» Podladtchikov hatte der Schweiz dank starker Resultate im Frühjahr einen weiteren Quotenplatz für die Spiele gesichert.

Während er nun verletzungsbedingt nicht einsatzfähig ist, hat sich der Rückkehrer Jan Scherrer für diesen Startplatz in Position gebracht. Das gelang ihm dank eines starken Auftritts in Aspen. Damit darf die Schweiz sehr wahrscheinlich mit vier Athleten starten. Für Podladtchikov bleibt da kein Platz. 

Verletzt sich niemand, werden David Hablützel (29), Jan Scherrer (31), Jonas Hasler (19) und Mischa Zürcher (17) die Schweiz an den Spielen in Italien vertreten. «Es bleibt noch eine kleine Chance», gibt sich Podladtchikov kämpferisch. 

Sein Comeback war auf das Ziel Olympia ausgerichtet. Folgt nun der Rücktritt vom Rücktritt? «Nein, ich will euch noch nicht Tschüss sagen.» Ob er im nächsten Winter noch einmal durch die Halfpipe fliegt, hängt allein von der Genesung seines Auges ab. Lust dazu hätte er auf jeden Fall. 

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