Darum gehts
- Yannick Schwaller und Cousine Xenia feiern Erfolge auf und neben dem Eis
- Xenia Schwaller gewinnt bei erster WM-Teilnahme Gold mit 13 Siegen in Calgary
- 60 Spielerinnen und Spieler starten in neuer Rock League in Kanada
Während Yannick Schwaller (31) privat für Schlagzeilen sorgte, stand er sportlich schon wieder auf dem Eis. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt: Ehefrau Briar Schwaller-Hürlimann (32) ist erneut schwanger. Doch Zeit zum Durchatmen blieb kaum – die Saison war für den Olympia-Bronzegewinner von Cortina noch nicht ganz vorbei.
In Kanada startete mit der Rock League ein neues, spektakuläres Curling-Format. Die besten 60 Curlerinnen und Curler der Welt traten in gemischten Teams gegeneinander an.
Die Spiele werden damit kürzer, schneller, moderner. «Ich freue mich mega. Ist mal was ganz anderes – auf einmal spielt man mit seinen sonstigen Gegnern in einem Team», erzählte der Curler vor dem Turnier.
Teamkollege Schwarz wird MVP bei Show-Turnier
Sein sonstiger Teamkollege Benoît Schwarz-van Berkel (34), mit dem er in Cortina noch Olympia-Bronze geholt hatte, sicherte sich den Sieg mit dem Team Shield CC. Zudem wurde er als MVP (Most Valuable Player, deutsch «wertvollster Spieler») des Turniers ausgezeichnet. Mit dabei an der Rock League war auch Schwallers Cousine Xenia Schwaller (23) für Maple United.
Dass er nun in dieser neuen Liga angreifen konnte, freute den Solothurner nach der verpassten WM-Chance. Nur zwei Tage nach Olympia-Bronze musste Schwaller an der Schweizer Meisterschaft in Bern antreten, wo das WM-Ticket vergeben wurde.
Zu wenig Zeit, um sich zu erholen. «Uns hat schlicht die Energie gefehlt», sagt er. Früher wurden die Besten des Landes im Ranking automatisch an die WM geschickt – das ist mit grossem Abstand das Genfer Team um Skip Schwaller –, diesmal entscheidet die nationale Meisterschaft. Ob mit Olympia-Edelmetall oder nicht.
Schwaller: «Dass es ausgespielt wird, ist völlig okay. Aber ich kritisiere einfach den Spielmodus und den Spielplan. Die Zeiten waren extrem unglücklich und streng. Das hätte man auf jeden Fall besser planen können.»
Die Familien sind eng verbunden
Das gleiche Schicksal trifft auch die Olympia-Silber-Frauen um Silvana Tirinzoni (46). Auch sie scheitern und verpassen die WM. Die Tür öffnet sich für das junge Team um Xenia Schwaller (23). Und dieses nutzt seine Chance spektakulär: In Calgary rauscht Skip Xenia Schwaller mit ihrem Team durch das Turnier, gewinnt 13 Spiele in Serie und schlägt im Final Gastgeber Kanada 7:5. WM-Gold – bei der allerersten Teilnahme. Historisch.
Für Yannick Schwaller kommt der Sieg seiner jüngeren Cousine nicht überraschend. «Das soll nicht arrogant wirken – aber ich habe vor der WM gesagt, dass sie Gold holen werden», sagt er. Die Entwicklung seiner Cousine habe er genau verfolgt. «Sie sind längst auf Topniveau und haben sich in den letzten Jahren mega gesteigert.»
Der Triumph ist für ihn auch persönlich. Die Familien sind eng verbunden: Sein Vater Christof gewann 2002 gemeinsam mit Xenias Vater Andreas Olympia-Bronze. «Wir haben ein super Verhältnis, und unsere beiden Familien gehen auch jedes Jahr zusammen in die Ferien.» Als Kinder spielten Cousin und Cousine oft zusammen, heute ist er der «viel ältere Bruder», sagt Schwaller und lacht.
Sieben Jahre Altersunterschied trennen die beiden – die Verbindung aber ist bis heute geblieben.