Sinner egalisiert Federer-Marke
Jannik Sinner gibt sich an den US Open gegen Alexei Popyrin (ATP 36) keine Blösse. Die Weltnummer 1 schlägt den Australier 6:3, 6:2, 6:2. Dafür braucht Sinner nur zwei Stunden. Auch wenn das Resultat deutlich ist, überzeugt der Italiener nicht vollends. Denn er bringt nur 51 Prozent seiner ersten Aufschläge im Feld unter. Trotzdem kassiert er kein Break. «Heute hatten wir beide keine besonders guten Aufschläge, aber ich habe sehr gut returniert. Vor allem beim zweiten Aufschlag», meint Sinner nach der Partie. Und fügt an: «Deshalb bin ich sehr zufrieden.»
Mit seinem Sieg wandelt Sinner auf den Spuren von Roger Federer. Der Zweitrunden-Match in New York war seine 50. Grand-Slam-Partie auf Hartplatz. Seine Bilanz: 41 Siege und neun Niederlagen. Genau gleich sah das einst bei der Schweizer Tennis-Legende aus.
Zverev routiniert weiter
Alexander Zverev (ATP 3) erreicht mit einer routinierten Vorstellung die dritte Runde. Er gewinnt das Duell mit dem Briten Jacob Fearnley (ATP 60) 6:4, 6:4, 6:4. Der Deutsche verwandelt nach zweieinhalb Stunden seinen sechsten Matchball und steht zum siebten Mal in Folge in der dritten Runde.
«Er hat am Ende unglaubliches Tennis gespielt, unglaubliche Punkte gemacht. Ich bin froh, dass ich es nach drei Sätzen beenden konnte», sagt Zverev nach dem Kraftakt gegen den alles riskierenden Fearnley. Angesprochen auf die derzeitige Dominanz der vor ihm im Ranking liegenden Jannik Sinner und Carlos Alcaraz kontert er: «Ich bin hier, um die Party in Schwung zu bringen.» Dabei habe er allerdings mit Rückenbeschwerden zu kämpfen, die im Turnierverlauf kaum abklingen dürften, so Zverev.
Tsitsipas scheitert in fünf Sätzen
Kurz nach Mitternacht (Ortszeit) sind die US Open für Stefanos Tsitsipas (ATP 28) vorbei. Er unterliegt dem Deutschen Daniel Altmaier (ATP 56) 7:6, 1:6, 4:6, 6:3, 7:5. Das Duell dauert 4:21 Stunden. Für Altmaier ist es der zweite Fünfsätzer an den diesjährigen US Open. Er steht zum ersten Mal in der dritten Runde. Nach dem Kraftakt gegen den Griechen ist er «sehr erleichtert». Und erklärt: «Es war ein Kampf gegen mich selbst. Der Körper war müde, aber das Herz hat mich immer wieder angetrieben. Für solche Momente spiele ich.»
Anders die Gemütslage bei Tsitsipas, der sogar einen Matchball hatte. Er sagt beim Handschlag am Netz zu Altmaier: «Nächstes Mal kein Aufschlag von unten, okay?» Damit spielt er darauf an, dass der Deutsche im vierten Satz einmal von unten serviert hat. Er lässt sich nicht auf ein Geplänkel ein und weicht stattdessen zurück. «Morgen wird Stefanos seine Worte bereuen», sagt er später bei Sky. «Im Fussball fliegen die Fäuste oder man geht sich in die Haare, im Tennis sagt man einen Satz, der vielleicht nicht passt.» Das gehöre zum Sport dazu. Und wenn man bis nach Mitternacht Tennis spiele, könne man auch mal was sagen, was man nicht so meine. «Oder vielleicht meint er es so», fügt Altmaier an. «Ich habe es respektiert.»
Gauff mit Tränenausbruch
Mitten in der Partie bricht Coco Gauff (WTA 3) in Tränen aus. Soeben hat sie gegen Donna Vekic (WTA 49) das Break zum 4:5 im ersten Satz kassiert. Zu viel für die Lokalmatadorin. Sie vergräbt ihr Gesicht im Handtuch, lässt ihre Emotionen raus. Und kann am Ende der Partie doch wieder lachen. Nach den Tränen schafft sie das sofortige Reabreak, mit einem weiteren Service-Durchbruch zu null holt sie sich den ersten Durchgang. Am Ende gewinnt die Amerikanerin 6:4, 6:2.
Das freut auch Simone Biles. Die Kunstturn-Überfliegerin verfolgt die Partie im Stadion – das entgeht auch Gauff nicht. «Sie half mir, durchzukommen», sagt sie nach der Partie im Platzinterview. Und wird emotional. «Als ich an ihre Geschichte dachte, mit all den Dingen, die sie durchgemacht hat, gab mir das die nötige Ruhe.»
Chatschanow vergibt 2:0-Satzführung
Neben Tsitsipas ist auch Karen Chatschanow (ATP 9) ausgeschieden. Der Russe führt gegen Kamil Majchrzak (ATP 76) mit 2:0 Sätzen und muss sich am Ende doch geschlagen geben. Der Aussenseiter aus Polen beweist Kämpferqualitäten und dreht das Ding noch zu seinen Gunsten. Dabei profitiert er auch davon, dass Chatschanow im Entscheidungssatz fünf Matchbälle liegen lässt. Am Ende setzt sich Majchrzak im Matchtiebreak 10:5 durch. Er gewinnt 2:6, 6:7, 6:4, 7:5, 7:6. Und ist damit der nächste Gegner des Schweizers Leandro Riedi.
Swiatek muss beissen
Iga Swiatek kämpft sich gegen Suzan Lamens (WTA 66) in die dritte Runde. Die Weltnummer 2 muss dabei mehr beissen, als erwartet. Die Polin gewinnt den Startsatz souverän 6:1 – danach verliert sie aber den Faden und muss den Satzausgleich hinnehmen. Das rüttelt Swiatek auf, im entscheidenden Durchgang zieht mit einem Doppelbreak auf 4:1 davon. Und lässt sich den Vorsprung nicht mehr nehmen. Sie setzt sich 6:1, 4:6, 6:4 durch.