Tennis-Welt blickt auf ihr grosses Comeback mit 44
Serena Williams – zwischen majestätisch und konfus

Von einer «kleopatrahaften» Ankunft bis zu Allüren auf dem Trainingsplatz: Serena Williams kehrt in Wimbledon dank einer Wildcard auf die grosse Einzel-Bühne zurück, ist sich aber eigentlich nicht sicher, ob das eine gute Idee ist.
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Serena Williams mochte zuletzt keine Zuschauer mehr im Training haben.
Foto: IMAGO/PRESSE SPORTS

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Serena Williams erhielt Wimbledon-Wildcard fürs Einzel trotz strikter Kriterien
  • Williams zeigte sich unentschlossen über Teilnahme, überrascht mit kuriosen Aussagen
  • Ca. 17.30 Uhr spielt Williams gegen Maya Joint auf dem Centre Court
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Marco PescioReporter Sport

Eine Wildcard für Wimbledon zu erhalten, ohne einen britischen Pass zu besitzen oder zumindest in jüngster Vergangenheit auf dem heiligen Rasen Aussergewöhnliches geleistet zu haben, darf als Seltenheit, fast als kleiner Ritterschlag bezeichnet werden. Stan Wawrinka (41) wurde diese Ehre in seinem Abschiedsjahr zuteil. Serena Williams (44), der 2022 zurückgetretenen, 23-fachen Grand-Slam-Gewinnerin, ebenfalls.

Die Amerikanerin hatte im letzten Monat ihr Comeback im Doppel gegeben und dann kurzfristig damit geliebäugelt, vielleicht ja an den Championships auch wieder mal im Einzel antreten zu können. An jenem Ort, an dem sie in ihrer Karriere siebenmal triumphierte.

«Bin immer noch nicht sicher»

Doch als sich Wimbledon dann tatsächlich zur ungewöhnlichen Wildcard-Vergabe entschied und Williams wenige Tage später an der Vorschau-Pressekonferenz erschien, wirkte ihr Auftritt etwas konfus. Medienprofis und PR-Abteilungen hätten ihr wohl geraten, direkt vom zauberhaften Setting an der Church Road zu schwärmen, sofort ihre Dankbarkeit zu unterstreichen und in Erinnerungen zu schwelgen. Doch Williams meinte bei der allerersten Frage, die natürlich darauf abzielte, welche Emotionen sie bei ihrer Rückkehr verspürte: «Ich kann nicht behaupten, dass ich viel gefühlt habe.» Sie sei zuvor ja schon beim Turnier in Queen's, also in derselben Stadt, gewesen. Auch auf Gras. Also habe sie das alles ja schon ein paar Wochen lang gemacht. Das sei wie Velofahren.

Dann, zweite Frage. Wann sie denn entschieden habe, im Einzel anzutreten. Nun, das sei am Sonntag vor einer Woche gewesen. Sie habe sich lange schwergetan damit: «Und ich bin immer noch nicht sicher.» Allein dieser Satz war nach dem ganzen Brimborium um die Wildcard-Vergabe eine Überraschung. War sie also bloss zum Spass in den Südwesten Londons gereist?

Zuschauer im Training nicht erwünscht

Wer die Athletin Serena Williams kennt, weiss, dass die Antwort darauf nein lauten dürfte. Und so kurios vor allem der Beginn ihrer Pressekonferenz war – später enervierte sie sich auch noch über angeblich neue, «aber notwendige» Dopingregeln –, so gibt es auch Anzeichen dafür, dass Williams mehr plant als nur eine kurze Stippvisite. Angekommen ist sie in «SW19» mit einem Tross an Begleitpersonen, inklusive eigenem Social-Media-Mann. Niemandem entging, dass ihre Tennis-Majestät zurück im Zirkus ist. Die «Süddeutsche Zeitung» schrieb von einem «kleopatrahaften Spektakel»: «Sie schwebte mehr ein, als zu erscheinen wie ein sterbliches Wesen.»

Wurde um ihr erstes Training im für die Öffentlichkeit abgeschirmten Aorangi Park noch ein grosses Traritrara gemacht, so hatte sie danach offenbar die Nase voll davon. Am Montag war dem Vernehmen nach alles anders im Bereich, wo nur Profis und ihre Entouragen hindürfen. Dann liess sie nämlich veranlassen, dass während ihres Trainings keine einzige Person stehenbleiben dürfe, um bei der Vorbereitung auf ihr Centre-Court-Comeback (heute, ca. 17.30 Uhr gegen die Australierin Maya Joint) zuzuschauen. Die Queen hatte gesprochen.

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