Zverev gewinnt ersten Grand-Slam-Titel bei French Open
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Nach fünf Sätzen:Zverev gewinnt ersten Grand-Slam-Titel bei French Open

Talent, Kämpfer und Streitfigur
Zverev ist das Image des ewigen Zweiten los

An den French Open in Paris gewinnt Alexander Zverev seinen langersehnten ersten Grand-Slam-Titel. Es ist der vorläufige Höhepunkt einer bewegten Karriere mit Verletzungen, mentalen Problemen, bitteren Niederlagen – und schweren Vorwürfen neben dem Platz.
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Emotionaler Sieg: Am Sonntag gewann Alexander Zverev die French Open in Paris.
Foto: IMAGO/PsnewZ

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Alexander Zverev (29) gewinnt bei den French Open erstmals einen Grand-Slam-Titel
  • Trotz Diabetes Typ 1 und einer früherer Verletzung triumphiert er in Paris
  • Nach 30 Jahren wieder ein deutscher Grand-Slam-Sieger – der 180’000 Franken Strafe gezahlt hat

Die emotionalsten Worte seiner Siegesrede richtet Alexander Zverev (29) am Sonntagabend an sein Team: «Wir haben so viel durchgemacht – Verletzungen, gebrochene Herzen, Niederlagen. Wir waren Verlierer in den wichtigsten Momenten. Aber am Ende des Tages sind wir Grand-Slam-Champions!»

Besser lässt sich seine Karriere kaum in Worte fassen: Seine Verletzungen und bitteren Niederlagen machten den talentierten Deutschen mit russischen Wurzeln lange zur tragischen Figur der ATP-Tour – und Vorwürfe der häuslichen Gewalt machten ihn auch zu einer der strittigsten. Ein Überblick.

Die Krankheit

2022 machte Zverev seine Diabetes-Typ-1-Erkrankung öffentlich – eine Krankheit, die tief in den Alltag der Betroffenen eingreift. Regelmässig prüft er auch während seiner Matches seinen Blutzuckerwert und spritzt Insulin. Dieser Umstand macht seinen French-Open-Triumph vielleicht noch etwas grösser, auch wenn Zverev nichts von sportlichen Nachteilen durch die Krankheit wissen will: «Wenn ich den Zucker in einem gewissen Bereich halte, dann ist es kein Problem». Von Tennisikone Billie Jean King (82) wird er dennoch geadelt: «Er ist der erste Mann, der mit Diabetes Typ 1 ein Major-Turnier gewinnt. Was für ein Sieg für jeden, der mit dieser Krankheit lebt.»

Die Verletzung

Im Halbfinal der French Open 2022 forderte Zverev Sandkönig Rafael Nadal (40) kräftig heraus – bis er im zweiten Satz umknickte und mit seinen anschliessenden Schmerzensschreien das Tennispublikum schockierte. Nach seinem Abtransport im Rollstuhl folgte die niederschmetternde Diagnose: Mehrere Bänderrisse am rechten Knöchel, die Saison war für Zverev gelaufen. Nach einem langen Weg zurück krönte er sich nun ausgerechnet am Ort dieses «schlimmsten Moments seines Lebens» zum Grand-Slam-Champion.

Die bitteren Niederlagen

Zweimal hat Zverev an den ATP-Finals triumphiert, er ist Olympiasieger und siebenfacher Gewinner von Masters-1000-Turnieren. Auf Grand-Slam-Stufe hat er bislang aber vor allem mit bitteren Niederlagen auf sich aufmerksam gemacht: 2024 lag er im Final der French Open gegen Carlos Alcaraz (23) nach drei Sätzen mit 2:1 in Front und verlor noch, 2020 verspielte er im US-Open-Endspiel gegen Dominic Thiem (32) gar eine 2:0-Satzführung. Der Finalsieg in Paris kommt für Zverev also einer Erlösung gleich.

Dies gilt auch für sein Heimatland: Seit Boris Beckers letztem Australian-Open-Triumph hat Deutschland 30 Jahre lang auf einen männlichen Grand-Slam-Sieger warten müssen. Über den Erfolg seines Landsmanns zeigt sich der 58-Jährige sehr erfreut: «Grösste Bewunderung von meiner Seite. Er hat es verdient.»

Die Vorwürfe der häuslichen Gewalt

Mit Olga Scharipowa (28) und Brenda Patea (33) werfen gleich zwei Ex-Freundinnen Zverev vor, ihnen gegenüber handgreiflich geworden zu sein – auch von Würgeattacken ist die Rede. Der Tennisprofi streitet alle Anschuldigungen ab. Während Scharipowas Fall nie vor Gericht landete, einigte sich Zverev mit Patea, mit der er eine Tochter hat, im vergangenen Sommer aussergerichtlich: Er stimmte zu, eine Geldauflage von rund 180’000 Franken zu bezahlen, woraufhin das Verfahren ohne Urteil eingestellt wurde.

Die mentalen Probleme

Als Zverev 2025 in Wimbledon in der ersten Runde ausschied, sprach er anschliessend sehr offen über seine mentalen Probleme: «Ich fühle mich ziemlich allein in meinem Leben, was kein schönes Gefühl ist.» Es fehle ihm die Freude an allem, was er tue: «Ich habe mich noch nie so leer gefühlt.» Es waren Aussagen, die auch Belinda Bencic (29), die Zverev seit Kindheitstagen kennt, betroffen gemacht haben: «Ich finde es schade, zu hören, wie es ihm geht.» Gleichzeitig kündigte sie an, «ein offenes Ohr» für Zverev zu haben.

Der Deutsche ging danach auf Distanz zum Tennissport und setzte auf professionelle Hilfe – mit Erfolg: «Ich fühle mich viel besser. Ich habe es wirklich genossen, wieder zurück auf dem Tennisplatz zu sein», sagte er an den US Open einige Wochen später. Die neugewonnene Freude trägt ihn nun rund neun Monate später zum langersehnten ersten Grand-Slam-Titel.

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