Darum gehts
- Stan Wawrinka erhält keine Wildcard für die US Open 2026
- Monfils (39) bekam Wildcard, obwohl er keinen Grand-Slam-Titel hat
- Zwei US-Spieler belegen die letzten Startplätze: Blanch (18) und Kypson (26)
Man hätte mit seiner Abschiedstournee argumentieren können. Mit dem Zehn-Jahr-Jubiläum seines Triumphs in New York. Mit der Tatsache, dass er auch mit 41 noch immer ein Zuschauermagnet ist. Oder sogar mit dem öffentlichen Druck, da in den vergangenen Tagen viele Fans und zahlreiche renommierte Journalisten seinen Namen im Teilnehmerfeld forderten. Doch die US Open verwehren Stan Wawrinka die allerletzte Grand-Slam-Ehre. Die beiden letzten Startplätze erhalten mit Darwin Blanch (18, ATP 224) und Patrick Kypson (26, ATP 115) zwei Einheimische.
Man kann jetzt sagen: Gut, die US Open lassen sich nicht beeinflussen. Sie werten die sportliche Komponente höher als die emotionale. Wawrinka hat seit Mai kein ATP-Spiel mehr gewonnen – das ist in der Tat ein Fakt, der gegen den Romand spricht.
Trotzdem haben die Organisatoren damit eine Situation in Kauf genommen, die nun völlig absurd daherkommt und eines so reich dekorierten Spielers wie Wawrinka unwürdig ist.
Gaël Monfils, der mit 39 ebenfalls sein letztes Tourjahr bestreitet, hat eine Wildcard bekommen. Einzig und allein, weil er Franzose ist. Das umstrittene Wildcard-Austausch-Abkommen, an dem sich die US Open, die Australian Open und die French Open beteiligen, machts möglich. Wawrinka wird es seinem Kumpel freilich gönnen. Doch Monfils hat in diesem Jahr sportlich ebenfalls keine Argumente geliefert. Und im Gegensatz zum dreifachen Major-Champion Wawrinka weist er in seiner Karriere keinen einzigen Grand-Slam-Titel auf. Den Australier-Platz belegt Dane Sweeny, der 125. der Weltrangliste. Für Nationen, die keinen Grand Slam austragen, gibt es keinen solchen Fallschirm.
Selbst die ansonsten so strikten Wimbledon-Bosse haben für Wawrinka heuer eine Ausnahme gemacht. Ausgerechnet die US Open, die Meister in Show und Inszenierung, verzichten groteskerweise freiwillig auf eine letzte Party mit «Stan the Man». Und machen sich so zum Partycrasher.