Darum gehts
- Novak Djokovic verliert erstmals bei US Open in der ersten Runde
- Mysteriöse Krankheit belastet ihn: Übelkeit, Krämpfe, Schmerzen am ganzen Körper
- Seit 20 Jahren nie bei Grand Slam in Runde eins ausgeschieden
Diesmal hat nichts mehr genützt. Kein Kämpfen, keine Erfahrung, kein angestacheltes Publikum, kein Bewusstsein, schlicht und einfach Novak Djokovic zu sein, der es immer noch irgendwie herumgebogen hat. Diesmal nicht. Diesmal kassierte der 39-Jährige diese empfindliche Erstrundenniederlage an den US Open – und gab dabei ein besorgniserregendes Bild ab. «Dieser Djokovic ist nicht der gleiche, wie wir ihn aus den letzten Jahren kennen», muss Catherine Withaker vom renommierten Format «The Tennis Podcast» feststellen – und ihr Co-Host, David Law, sagt: «Es war traurig, das mit anzusehen.»
Dabei gehts nicht einzig darum, dass Djokovic erstmals seit über 20 (!) Jahren bei einem Grand-Slam-Turnier in der ersten Runde rausflog. Und zum allerersten Mal bei den US Open überhaupt. Es ist die Art und Weise, wie sich Djokovic beim 6:7, 7:5, 6:4, 2:6, 1:6 gegen Mariano Navone (25, Arg) präsentiert hat. Der Serbe kämpfte mehr denn je mit seinem Körper. Er übergab sich in einer Ecke des Courts, er brach auf dem Platz in Tränen aus, schien ausgelaugt, erschöpft – und verzweifelt ob der Unfähigkeit, nicht doch noch irgendwie auf seinen Körper zugreifen zu können.
«Ich habe praktisch jeden Moment gehasst», sagte er hinterher. Was genau mit ihm los sei, könne er auch nicht sagen. Er habe in diesem Jahr beinahe in jedem Spiel mit Übelkeit und Würgen zu kämpfen gehabt: «Dann macht mein ganzer Körper schlapp, ich habe Krämpfe und Schmerzen überall.» Er sprach von einer «mysteriösen Krankheit», deren Ursache er nicht kenne. Am Ende hätten auch noch der Rücken und die Schulter versagt.
«Sehr weit weg»
Djokovic gab zu verstehen, dass er «alles» versuche, um eine Lösung für seine immer wiederkehrenden Probleme zu finden. Gleichzeitig dürfte auch bei ihm die Sorge wachsen, nie eine richtige Antwort auf all die Fragen zu finden, solange er auf allerhöchstem Niveau performt. In den letzten Jahren hatte er die weitere Dauer seiner Karriere immer offengelassen, jedoch stets mit einem positiven Unterton. Sollte er diese Zeichen des Körpers jedoch als zu arge Verschleisssymptome nach über zwei Jahrzehnten auf der Tour einstufen und kein Mittel gegen die Schwächeanfälle finden, wird wohl auch ein früheres Ende der Laufbahn nicht auszuschliessen sein.
Er selbst sagte in New York auf die Frage, wie er bis zu den Australian Open im Januar plane: «Das ist für jemanden, der sich in meiner Phase der Karriere befindet, sehr weit weg.» Er hoffe weiterhin, nächstes Jahr alle Grand Slams zu bestreiten: «Ob das jedoch passieren wird, werden wir sehen.»