Im Kampf um die kleine Kristallkugel im Riesenslalom tritt aus Schweizer Sicht das Horrorszenario ein: Marco Odermatt scheidet im ersten Lauf aus und bleibt ohne Punkte. Das öffnet die Tür für Lucas Pinheiro Braathen: Der Brasilianer liegt in der Disziplinenwertung vor dem letzten Renne nur 48 Punkte zurück – Rang 4 würde ihm somit zur Kugel reichen. Derzeit liegt er nach einer abgeklärten Fahrt gar an der Spitze.
Odermatt gegenüber SRF: «Die Ausgangslage um die Kugel hat für mich wirklich keine Rolle gespielt heute. Ich wollte mit einem guten Rennen abschneiden – und das heisst für mich, um den Sieg fahren und nicht Punkte zusammenzusuchen und mit einem schlechten Gefühl die Kugel zu gewinnen. Aber logisch wollte ich sie gewinnen.»
Damit verabschieden wir uns vorerst vom Riesenslalom-Finale der Männer in Hafjell. In Norwegen übernehmen nun die Frauen das Geschehen. In wenigen Minuten startet der erste Durchgang im letzten Slalom des Winters. Die Männer sind dann um 12:30 Uhr wieder an der Reihe. Wir melden uns pünktlich zurück!
Neben Odermatt hatten auch Tumler und Aerni nicht ihre besten Fahrten abliefern können. Thomas Tumler geht das Finale später von Platz 13 an, während Aerni nach vielen Fehlern den 15. Platz belegt.
Hinter Brennsteiner hat sich auch Marco Schwarz mit Platz sechs in den Top Ten platzieren können. Joshua Sturm liegt zur Halbzeit auf der elften Position. Bei Patrick Feurstein steht Platz 23 zu Buche. Haaser war ausgeschieden und ist gleich im Finaldurchgang nicht mehr dabei.
In einer guten Ausgangslage liegt nach dem ersten Durchgang Fabian Gratz. Der DSV-Starter hat mit nur 0,14 Sekunden Rückstand zu Meillard noch die Chance, ins Geschehen einzugreifen. Anton Grammel liegt als Zwölfter in den Punkterängen. Jonas Stockinger liegt auf dem 19. Platz.
Damit ist der erste Durchgang beendet und er hatte es direkt in sich. Gleich zu Beginn sorgte der Ausfall von Marco Odermatt nach einem grossen Fehler auf den Wellen für einen echten Paukenschlag. Damit ist der Weg frei für Lucas Pinheiro Braathen, der nun alle Chancen hat, sich die kleine Kristallkugel im Riesenslalom zu sichern. Der Brasilianer führt zur Halbzeit und hat damit beste Karten. Ein vierter Platz würde ihm heute bereits reichen, um die Disziplinenwertung für sich zu entscheiden. Zweiter ist Stefan Brennsteiner aus Österreich mit 0,21 Sekunden Rückstand. Loïc Meillard ist mit 0,63 Sekunden Dritter.
Giovanni Franzoni macht den Abschluss im ersten Durchgang. Der Italiener ist aufgrund der 500-Punkte-Regel am Anlauf. Es geht für ihn sicherlich auch vor allem um die Erfahrung und nicht um ein Topergebnis. Franzoni kommt oben solide raus, hat dann aber doch einige unsaubere Schwünge und Fehler. Aber auch er kommt durch und wird später im Finale wieder mitmischen.
Rasmus Bakkevig hat die Starterlaubnis durch seinen Titel bei der Junioren-WM gesichert hatte. Auf seiner Heimpiste legt er mutig los, muss aber auch früh eingreifen, um einen Ausfall zu verhindern. Bakkevig liefert technisch einige starke Schwünge ab und kommt am Ende ins Ziel. Damit wird er gleich noch einmal randürfen.
Jonas Stockinger wird seinerseits im zweiten Durchgang zulegen müssen, wenn er Punkte beim Finale mitnehmen möchte. Stockinger schüttelt im Ziel enttäuscht den Kopf, da hat er sich sicherlich auch mehr vorgenommen. Mit 2,56 Sekunden Rückstand ist er 19.
Joshua Sturm macht es im Anschluss besser. Auf der Piste ist das ganz grosse Ergebnis nicht mehr möglich und so ist jeder Platz wertvoll. Sturm setzt seine Schwünge gut, vermeidet die grossen Probleme und landet auf dem starken elften Platz.
Mit Patrick Feurstein ist der nächste österreichische Läufer gefragt. Der Lauf beginnt solide, doch dann unterläuft ihm ein grosser Fehler. Er bleibt am Innenski hängen, gerät stark aus dem Gleichgewicht und steht kurz vor dem Ausfall. Mit viel Mühe bringt er sich noch um das Tor. Die Zeit ist damit natürlich dahin, doch immerhin rettet sich Feurstein noch in den Finaldurchgang.



