Das Podest
1. Dominik Paris (It) 1;26,81
2. Vincent Kriechmayr (Ö) +0,07
3. Raphael Haaser (Ö) +0,38
Das Rennen
Marco Odermatt holt sich die kleine Kristallkugel im Super-G – das steht schon vor dem Rennen fest. Beim Weltcupfinal redet der Nidwaldner für einmal nicht um den Sieg mit. Seine Fahrt ist ungewohnt fehlerhaft, schon oben überdreht es ihn bei einem Sprung leicht. So summiert sich ein grosser Rückstand – 1,97 Sekunden verliert er auf die Siegerzeit. Damit reisst nicht nur seine Mega-Serie (siehe «Das gab zu reden»), sondern er ist als 19. auch der am schlechtesten klassierte Schweizer.
Die Podestplätze machen andere Athleten unter sich aus. Eine erste Ansage an die Konkurrenz kommt von Alexis Monney mit Startnummer 2. Er setzt eine klare Bestzeit, die einige Athleten – darunter etwa Giovanni Franzoni – nicht knacken können. Erst Vincent Kriechmayr unterbietet sie. Der Österreicher, der für die Fortsetzung seiner Karriere eine besondere Forderung an den Verband stellt, ist März-Spezialist, hat sieben seiner 20 Weltcupsiege in diesem Monat eingefahren. Für einen achten Triumph reicht seine Fahrt nicht. Haarscharf wird sie von Dominik Paris unterboten. Sieben Hundertstel nimmt ihm der Italiener ab. Und jubelt damit innert 24 Stunden zum zweiten Mal. Nach der Abfahrt gewinnt der Routinier auch den Super-G. Mit seinem dritten Double und dem insgesamt achten Triumph in Kvitfjell macht er sich zum alleinigen Rekordsieger.
Und Monney? Auch er klassiert sich zum zweiten Mal innert 24 Stunden auf dem gleichen Rang. Er wird wie schon in der Abfahrt Vierter (+0,66). Denn mit Raphael Haaser schiebt sich noch ein weiterer Athlet vor den Schweizer.
Die weiteren Schweizer
6. Stefan Rogentin +0,93
10. Franjo von Allmen +1,73
Franjo von Allmen kommt nicht recht auf Touren, hat mit den etwas weicheren Verhältnissen zu kämpfen. Schon früh hat er einen kleinen Schreckmoment in der Fahrt, als es ihn über eine Welle etwas überdreht. Auch danach findet er den Zug nicht. So handelt er sich einen grossen Rückstand ein, der am Ende dennoch für die Top 10 reicht.
Siebter oder Achter – das sind die Weltcup-Resultate, die Stefan Rogentin in diesem Winter im Super-G eingefahren hat. Eine beeindruckende Konstanz. Und daran ändert auch das letzte Rennen nicht. Auch wenn er nach starkem Start etwas Mühe hat, fährt Rogentin gar zu seinem Saisonbestresultat in dieser Disziplin. Er wird Sechster.
Die Stimmen gegenüber SRF
Franjo von Allmen: «Schneemässig war es ein grosser Unterschied zur Abfahrt. Da wars kälter, da ist mehr zurückgekommen. Nun wars für mich und mein Skifahren wieder sehr schwierig. Die Gewichtsverteilung auf die Ski machts für mich auf frühlingshaftem Schnee schwieriger. Aber daran will ich arbeiten. Den Riesenslalom fahr ich in diesem Jahr nicht. Ich glaube es ist gut, Schnauze voll (lacht). Nein, das ist jetzt ein bisschen böse gesagt. Aber für mich wäre es bei diesem Schnee extrem schwierig. Aufwand und Ertrag würden nicht übereinstimmen. Die Saison war intensiv, Olympia war neu für mich und hat viel Energie gekostet. Der Winter war lang, ich bin froh, ist es fertig.»
Alexis Monney: «Am Start war es nicht so einfach. Aber ich bin zufrieden, habe auf der Piste Spass gehabt. Mein Plan war oben Vollgas, in der Mitte hab ich ein paar ungeplante Drifts gemacht. Schade, dass ich innert zwei Tagen zweimal Vierter werde.»
Das gab zu reden
Im Weltcup ist Marco Odermatt in 30 Super-Gs in Serie immer in die Top 7 gefahren. Eine beeindruckende Serie – die an dem Ort reisst, an dem er letztmals die Top 7 verpasst hat. Am 6. März 2022 wurde er in Kvitfjell 28. Und nicht nur das. Odermatts Rückstand ist so gross, dass er die Punkte verpasst – denn beim Weltcupfinal gibts diese nur für die Top 15. Und der Nidwaldner klassiert sich «nur» auf Position 19.
Das gab zu reden II
Der letzte Super-G im Weltcup ist schon eine Weile her. Die Männer haben ihn vor zwei Monaten in Kitzbühel (Ö) bestritten. Seither hat nur noch derjenige bei den Olympischen Spielen stattgefunden. Der Grund: In Garmisch-Partenkirchen (De) spielte das Wetter ebenso wenig mit wie in Courchevel (Fr), wo das Ersatzrennen sowie ein ursprünglich geplanter Super-G ersatzlos abgesagt werden mussten. So hat Marco Odermatt letzten Sonntag auf dem Sofa die Disziplinenwertung gewonnen. Wie Landsmann Pirmin Zurbriggen hat er nun vier Super-G-Kugeln in seiner Sammlung – nur Hermann Maier (Ö) und Aksel Lund Svindal (No) haben noch eine mehr daheim. Nach Zurbriggen (1987 bis 1990) und Maier (1998 bis 2001) ist Odermatt der dritte Fahrer, der die Kugel viermal in Folge holt. Verteidigt er sie kommenden Winter ein weiteres Mal, würde er einen neuen Rekord aufstellen.
Das gab zu reden III
Nicht nur dank Marco Odermatt mischen die Schweizer in den letzten Jahren im Super-G ganz vorne mit. Als die Kugel letztmals nicht an Odermatt ging, stand in drei von sieben Weltcuprennen kein Schweizer auf dem Podest. Danach folgten zwei Winter mit Schweizer Podestjubel in jedem Super-G. Letzten Winter gabs in acht Super-Gs nur ein Rennen ohne Schweizer Top-3-Klassierung. Nun gibts bei Odermatts viertem Kugelgewinn erstmals zwei Super-Gs in einem Winter, bei denen kein Schweizer aufs Treppchen steigt. Denn nach Beaver Creek verpassen es die Swiss-Ski-Athleten auch in Kvitfjell. Beide Male hat allerdings nicht viel gefehlt – in Beaver Creek wurde Odermatt Fünfter, in Kvitfjell reiht sich Monney auf Rang 4 ein.
Die Bedingungen
Der Himmel über Kvitfjell ist bewölkt, die Sonne drückt nur teilweise etwas durch. Die Sicht ist aber gut, auch die Piste, die im Vorfeld mit Salz bearbeitet wurde, hält. Auch wenn sie eher auf der weichen Seite ist.
So gehts weiter
Die Speed-Saison bei den Männern ist mit dem Super-G abgeschlossen. Nur noch der Riesenslalom (Dienstag) und der Slalom (Mittwoch) sind in diesem Winter ausstehend. Der nächste Super-G findet Ende dann Ende November in Copper Mountain (USA) statt.


