Ski-Juwel Dania Allenbach
«Am Anfang hatte ich als Profi ein schlechtes Gewissen»

Ski-Talent Dania Allenbach (19) sprüht vor Energie. Nach ihrem erfolgreichen Weltcup-Debüt 2025 will sie jetzt den nächsten Schritt machen. Wichtig ist: Sie darf es nicht übertreiben. Gar nicht so einfach.
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Ferien? Möglichst nichts tun? Für viele ist das der Traum des Sommers. Für Dania Allenbach (19) klingt das eher nach Strafe. «Stimmt», sagt die Ski-Hoffnung und lacht. «Ich kann kaum still sein. Ich sprühe vor Energie.» Genau das ist ihre Stärke – und ihre grösste Herausforderung. «Am liebsten würde ich jeden Tag Vollgas geben. Aber das darf ich nicht. Ich muss mich bremsen, sonst droht Übertraining.»

Wir treffen Allenbach am Bielersee. Die 19-Jährige kommt mit der Standseilbahn aus Magglingen BE herunter. Dort absolviert sie die Spitzensport-RS und bereitet sich auf ihre erste Saison als Weltcupfahrerin vor. Sie ist gut gelaunt, der Sommer verläuft bisher nach Plan. «Ich bin super durchgekommen.» Keine Verletzung, keine Krankheit, kein Rückschlag. So soll es bleiben. Denn nach ihrem Durchbruch im vergangenen Winter will Allenbach den nächsten Schritt machen.

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Dania Allenbach hat keine Ferien, aber trotzdem Power ohne Ende. Das Skitalent ist derzeit in der Spitzensport-RS in Magglingen.
Foto: Sven Thomann

Ferien kennt sie in diesem Sommer keine. Das stört sie nicht. Auf dem Hof ihrer Eltern oberhalb von Gstaad BE findet sie trotzdem Erholung. «Auch dort bewege ich mich sehr gerne. Es gibt immer etwas zu tun.» Kühe versorgen, anpacken, draussen sein – das lenkt sie vom Skisport ab. «Für den Kopf ist das eine gute Erholung.»

Nach der Lehre als Bodenlegerin nun Sommer als Ski-Profi

Trotzdem musste Allenbach lernen, Pausen zu akzeptieren. Früher fiel ihr das schwer. Während ihrer Lehre als Bodenlegerin arbeitete sie tagsüber auf der Baustelle und trainierte danach im Kraftraum. Ihr Lehrmeister der Firma Tapistore, Kurt Reichenbach, sagte: «Dania ist unser Power-Mädel. Sie packt an, kann etwas durchziehen. Und den Ehrgeiz des Skifahrens hat sie auch als Bodenlegerin.»

Die Lehre schloss Allenbach ab. Erstmals ist sie im Sommer nur etwas: Ski-Profi. «Am Anfang hatte ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich am Nachmittag einen Powernap machte. Ich dachte, andere arbeiten jetzt. Inzwischen weiss ich: Es bringt nichts, zehn Stunden am Tag Kraft und Ausdauer zu trainieren.»

Auch auf dem Schnee gibt es noch Arbeit. Am Stilfserjoch (It), in Zermatt VS und ab Ende August im argentinischen Ushuaia feilt Allenbach an ihrer Technik. «Ich will den Druck früher auf den Aussenski bringen. Dann komme ich schneller aus der Kurve.» Gleichzeitig will sie lernen, an den wichtigen Stellen etwas cleverer zu fahren und vielleicht mit etwas weniger Risiko.

Sie will häufiger ihre Meinung sagen

Dass sie das Potenzial dazu hat, zeigte sie bereits im vergangenen Winter. Gleich bei ihrem Weltcup-Debüt fuhr sie als 24. in die Punkte. Es folgten die Plätze 22 und 27. Dazu gewann sie die Riesenslalom-Wertung im Europacup und sicherte sich einen Fixplatz für den Weltcup. «Dort will ich konstant meine Leistung abrufen», sagt Allenbach.

Dabei hilft ihr auch Trainer Christoph Kienzl, der wie sie vom Europa- in den Weltcup aufgestiegen ist. «Er hat ein gutes Gespür dafür, wann er mich bremsen muss. Gleichzeitig fordert er mich auf, meine Meinung häufiger zu sagen. Das nehme ich mir zu Herzen.»

Allenbach weiss: Im Spitzensport gewinnt nicht immer jene, die am meisten trainiert. Sondern oft jene, die im richtigen Moment auch einmal nichts tut. Genau dies will sie befolgen.

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