Darum gehts
- Federica Brignone kehrt nach schwerem Unfall in den Ski-Weltcup zurück
- Italienerin trainiert trotz Schmerzen und 13 Tor-Trainings mit Platten im Bein
- 37 Weltcupsiege, 2 WM-Goldmedaillen, 10 Monate nach Beinbruch wieder dabei
Sie ist eine der ganz Grossen im Ski-Zirkus: Federica Brignone (35). Zweimal Gesamtweltcup, zwei WM-Goldmedaillen, 37 Weltcupsiege. Nur Olympiasiegerin ist sie nicht. Noch nicht? «Es ist unglaublich, dass ich überhaupt in Cortina sein werde. Ich bin Aussenseiterin», sagt sie.
Der Hintergrund: Brignone zerfetzte sich bei einem Sturz im April das linke Bein. Knochen brachen, Bänder rissen. «Die Ärzte sagten, dass ich in zwei Jahren wieder Skifahren würde. Und jetzt bin ich nach zehn Monaten bereits wieder im Weltcup. Alles, was in diesem Winter noch kommt, ist ein Geschenk.»
Bei ihrem Comeback wurde sie Riesenslalom-Sechste am Kronplatz (It). Eine Sensation. In Crans-Montana VS tastet sie sich nun in den schnellen Disziplinen zurück. «Ich weiss nicht, ob ich die Abfahrt fahre. Den Super-G fast sicher. Aber ich muss von Tag zu Tag schauen. Ich habe jeden Tag Schmerzen.»
Olympia? «Nicht nur mitmachen»
Laufen, Treppensteigen, Skifahren – alles tut Brignone weh. Beim Speed-Training letzte Woche in Cortina (It) lief es ihr mies. «Es war hart. Bei Kurven mit grosser Belastung des linken Beines hatte ich richtig Probleme im Kopf», gibt sie zu. Verwundert darüber ist Brignone nicht: «Ich habe erst 13 Trainings mit Toren gemacht. Und alle Platten und Schrauben sind noch im Körper. Es braucht Zeit, bis alles heilt.»
Brignone hat Mühe mit Sprüngen und Kompressionen. Im Training stürzte sie sogar und landete im Netz. Ohne Folgen. «Es war ein guter Crash-Test», sagt sie. Und Olympia? Dabei sein ist alles – das lässt sie nicht gelten. «Ich gehe nicht nur hin, um mitzumachen», kündigt Brignone an. Ihre Konkurrentinnen werden die Ansage hören.