«Das ist nicht Skifahren»
Emotionaler Kristoffersen motzt auch nach Rekordsieg

Der Norweger feiert beim Nacht-Slalom Rekordsieg Nummer 5 und poltert über die Piste. Meillard scheidet aus und wirft gute Ausgangslage weg – Nef als Neunter bester Schweizer.
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Henrik Kristoffersen fährt im Nacht-Slalom allen davon.
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Ramona BieriRedaktorin Sport

«Das Skifahren war da. Aber am Ende bringt das nichts», sagt ein enttäuschter Loïc Meillard (29) ins SRF-Mikrofon. 24 Stunden nach dem Sieg im Riesenslalom gibts im Nacht-Slalom von Schladming (Ö) keinen weiteren Podestplatz für ihn. Zur Halbzeit noch Dritter scheidet er im zweiten Lauf aus.

Dabei legt er stark los. «Ich war zu spät und zu direkt in der Spur, das ging nicht gut», fasst Meillard zusammen. Nun werde er sehen, wie sehr dieses Resultat an seinem Selbstvertrauen nagt. «Ein Ausscheiden tut immer weh.» Im Fokus steht nun die Erholung im Hinblick auf Olympia.

Meillard scheidet in der Schladming-Entscheidung aus
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Nach grüner Zwischenzeit:Meillard scheidet in der Schladming-Entscheidung aus

Nach dem Out des Weltmeisters ist Tanguy Nef (29) als Neunter bester Schweizer. Für ihn wäre mehr drin gelegen. Er ist sackstark unterwegs, als er beinahe stillsteht und die Aufholjagd wegwirft. «Der Fehler nervt mich noch ein Jahr», meint er gegenüber SRF. Daneben fahren auch Daniel Yule (32) und Ramon Zenhäusern (33) als 17. und 20. in die Punkte. Die anderen Schweizer können nicht mithalten. Marc Rochat (33) und Joel Lütolf (25) handeln sich einen zu grossen Rückstand ein, Matthias Iten (26) und Sandro Simonet (30) scheiden im ersten Lauf aus.

Norweger weint und poltert

Als grosser Sieger jubelt Henrik Kristoffersen (31). Zum fünften Mal gewinnt er den Nacht-Slalom und ist nun Rekordsieger auf der Planai. Der Norweger zeigt ungewohnt viele Emotionen, umarmt jeden, der ihm in die Nähe kommt. Und kann sich ein paar Tränchen nicht verkneifen. «Das bedeutet mir sehr viel», meint er bei SRF – ehe er erneut poltert. Nach dem Riesenslalom hat er sich schon beklagt, weil die Piste so glatt war und bezeichnete es als «völlig lächerlich».

Aber auch bei einem Triumph kann er sich nicht zurückhalten. «Bei solchen Bedingungen sollten wir keine Rennen fahren», findet er klare Worte. Denn die Planai ist eisig und pickelhart. «Das ist nicht Skifahren, sondern Eishockey spielen», denn Ski seien für Schnee gemacht und nicht für Eis. Wieso er selbst im Jubel motzt? Kristoffersen begründet es damit, dass er eben nicht nur bei einem schlechten Resultat etwas sage, sondern immer, wenn es so ist.

Pisten präparieren nach Karriereende?

Darauf angesprochen, ob er nach seiner Karriere mithelfen wolle, die Pisten zu präparieren, meint er mit einem schelmischen Grinsen: «Mal sehen, ob die FIS genug Geld hat, um genug zu zahlen.» Er habe in den vielen Jahren seine Meinung gesagt, mehr könne er im Moment nicht tun.

Seinen Planai-Rekordsieg feiert er vor Landsmann Atle Lie McGrath (25) und dem Franzosen Clément Noël (28). Für Kristoffersen ist es der 26. Slalom-Sieg seiner Karriere. Damit hat er nun gleich viele auf dem Konto, wie das Schweizer Männer-Team in all den Jahren insgesamt eingefahren hat.

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