«Es war ein Kampf», meint Loïc Meillard (29) nach dem Riesenslalom in Schladming (Ö) gegenüber SRF. Ein Kampf, den er für sich entscheidet. Auf der eisigen, pickelharten Planai deklassiert er die Konkurrenz im zweiten Lauf. Und feiert einen überlegenen Sieg vor Lucas Braathen (25) und dem jungen Franzosen Alban Elezi Cannaferina (22). Und das an einem Ort, der in seiner Karriere eine besondere Bedeutung hat. Vor drei Jahren feierte er hier seinen ersten Sieg im Riesenslalom.
Damals nicht am Start: Marco Odermatt (28) – wegen einer Meniskus-Quetschung. Danach brauchte der Nidwaldner zweimal eine Aufholjagd, preschte von Platz 11 auf 1 und von 12 auf 3. Und dieses Mal? Gelingt ihm der erste Lauf als Siebter besser. Die Aufholjagd endet als Vierter aber neben dem Podest. Kein drittes Happyend in Schladming.
«Bisschen ein Murks wars wieder», so sein Fazit. «Aber ich bin sehr zufrieden.» Denn schon im dritten Tor muss er sich akrobatisch retten. Er habe letztes Jahr das Glück auf seiner Seite gehabt, dafür an der WM dann nicht. «Dieses Mal bin ich Vierter und spars mir hoffentlich für Olympia auf», meint Odermatt mit einem Grinsen.
Caviezel mit Comeback
Die anderen Schweizer vermögen nicht zu überzeugen. Luca Aerni (32), Thomas Tumler (36) und Sandro Zurbrügg (23) scheiden im ersten Lauf aus, Fadri Janutin schrammt um eine Zehntelsekunde an der Entscheidung vorbei.
Gino Caviezel (33) büsst auf Halbzeit-Leader Braathen knapp viereinhalb Sekunden ein. Er darf trotzdem zufrieden sein. Der Bündner gibt 13 Monate nach seinem schweren Sturz im Super-G von Bormio (It) sein Comeback. «Ich habe nicht das einfachste Rennen ausgesucht», sagt er gegenüber SRF. «Denn ich fahre definitiv besser Ski als ich gezeigt habe.» Aber er ist froh, wieder zurück zu sein. «Es hat dem Herz gut getan.» Ein weiteres Mal wird Caviezel diesen Winter nicht mehr starten. Denn damit würde er seinen Verletztenstatus verlieren und einen grossen Rückfall in der Startliste riskieren.
Schon am Mittwoch wieder am Start steht Sieger Meillard. Dieses Mal im Slalom. Ob er wieder so gut fahren wird? «Wäre schön», meint er. «Aber zuerst muss ich mich gut erholen.»