«Es ist völlig lächerlich»
Kristoffersen poltert trotz Warnung erneut über Piste

Wenn Henrik Kristoffersen sauer ist, dann nimmt er kein Blatt vor den Mund. Obwohl er deswegen zuletzt verwarnt wurde, macht der Norweger auch in Schladming seinem Ärger Luft. Grund dafür: einmal mehr der Zustand der Piste.
Kommentieren
1/6
Wenn ihm etwas nicht passt, dann sagt Henrik Kristoffersen seine Meinung.
Foto: AP

Darum gehts

  • Henrik Kristoffersen kritisiert Pistenbedingungen und gerät mit Offiziellen aneinander
  • In Schladming vergleicht er die eisige Piste mit Sommerreifen
  • Ziel: fünfter Sieg im Schladming-Slalom und alleiniger Rekordhalter werden
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
RMS_Portrait_AUTOR_1195.jpg
Ramona BieriRedaktorin Sport

Henrik Kristoffersen (31) ist ein Heisssporn. Immer wieder macht er seinem Ärger Luft. Im November 2023 stürmen Klimaaktivisten den Zielraum in Gurgl (Ö). Das macht den Norweger stinksauer, er will zu ihnen stürmen und ihnen die Meinung sagen. Mit Müh und Not halten ihn mehrere Personen davon ab. «Verdammte Idioten!», poltert er im norwegischen Fernsehen.

Hier will Kristoffersen auf die Klimaaktivisten los
0:22
Nach Sprühaktion im Zielraum:Hier will Kristoffersen auf die Klimaaktivisten los

In diesem Winter ist es die Slalom-Piste in Wengen BE, die Kristoffersen verärgert. Er liefert sich einen verbalen Schlagabtausch mit FIS-Rennleiter Markus Waldner und kritisiert die viel zu wechselhafte Präparation. «So etwas ist extrem gefährlich für die Knie und den Rücken.» Das Gepoltere hat Folgen. Waldner machte eine Ansage in Richtung des Norwegers: «Nächstes Mal gibts eine empfindliche Strafe.»

«Weiss nicht, ob ich lachen oder weinen soll»

Auch beim Nacht-Riesenslalom von Schladming (Ö) passt ihm die Piste nicht. Sie ist extrem eisig und stellt ihn mit Startnummer 1 vor grosse Probleme – 2,18 Sekunden Rückstand und Zwischenrang 19 sprechen eine klare Sprache. Und trotz Warnung kann Kristoffersen seinen Ärger nicht zurückhalten. «Ich weiss nicht, ob ich lachen oder weinen soll», meint er gegenüber dem norwegischen Sender Viaplay. Und fügt an: «Aber ich kann ja nach Wengen nichts mehr sagen. Markus Waldner hat mir einen Maulkorb verpasst.»

Trotzdem setzt er danach zu Kritik an. «Es ist völlig lächerlich. Ich bin im Weltcup noch nie in einem Riesenslalom gefahren, bei dem es so glatt war.» Um zu verdeutlichen, was er meint, zieht Kristoffersen folgenden Vergleich: «Es ist, als würde man mit Sommerreifen auf glattem Eis fahren.» Als er gefragt wird, welche Gefühle er nun habe, gibts eine klare Antwort. «Das kann ich im Fernsehen nicht laut sagen. Leider.»

Im Slalom jagt er den Rekord

Aber der Ärger über die Piste ist so gross, dass er sich zwischenzeitlich Gedanken macht, ob er in der Entscheidung überhaupt noch einmal antreten will. Er wisse nicht, ob er dazu Lust habe oder nur aus Protest fahren solle. Letztlich ist das Sportlerherz dann doch grösser. Kristoffersen fährt noch einmal. Verbessern kann er sich nur um eine Position auf Platz 18.

Ob er im Slalom am Mittwochabend (1. Lauf ab 17.45 Uhr) besser mit der Planai zurechtkommt? Dort verfolgt er ein besonderes Ziel, wie er der «Krone» sagt: «Ich will diesen fünften Sieg!» Damit würde er Benjamin Raich (47, Ö) hinter sich lassen und alleiniger Rekordsieger im Schladming-Slalom werden. Gleichzeitig wäre es sein erster Triumph diesen Winter. 

Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen