Kriechmayr zieht Konsequenzen
Österreicher kassieren historische Kitzbühel-Klatsche

Anstatt eine Heim-Party zu feiern, erleben die Österreicher in Kitzbühel eine herbe Klatsche. So schlecht wie in diesem Jahr waren sie in der Streif-Abfahrt noch nie. Einer zieht daraus nun Konsequenzen.
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Vincent Kriechmayr ist auf Platz 13 bester Österreicher.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Die Österreicher sind in der Kitzbühel-Abfahrt so schlecht wie noch nie
  • Vincent Kriechmayr ist als bestklassierter nur auf Platz 13 gefahren
  • Der Alpinchef kündigt an, zu schauen, woran es gelegen hat
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Ramona BieriRedaktorin Sport

Am Lauberhorn erlöst Vincent Kriechmayr (34) die Österreicher, beschert ihnen als Zweiter nach 700 erfolglosen Tagen wieder einen Abfahrtspodestplatz. Eine Woche später ist er auch in Kitzbühel (Ö) bester Österreicher – auf Platz 13.

Er sei zu taktisch gefahren und habe den Speed nicht gehabt, meint der Vize-Weltmeister im ORF-Interview. «Ich habe mir mehr vorgenommen.» Kein Wunder – ist das Heimrennen, das er 2023 gewann, doch die 100. Abfahrt seiner Karriere. Nur von Feierlaune keine Spur. Denn nicht nur Kriechmayr enttäuscht, sondern die ganze österreichische Mannschaft.

Bis anhin war die Hahnenkammabfahrt 2017 die schlechteste in der österreichischen Ski-Historie. Damals klassierte sich Matthias Mayer (35) als bester Einheimischer auf Platz 8. Dieser Negativ-Rekord wurde nun deutlich übertroffen. Fuhren damals immerhin noch zwei weitere Österreicher in die Top 11, ist der Zweitbeste dieses Mal erst auf Rang 24 zu finden.

«Ist nicht unser Anspruch»

Nach dem Lauberhorn-Podestplatz war die Hoffnung gross, dass es auch endlich wieder einen Sieg gibt. Doch das Warten geht weiter. Den Letzten fuhr Kriechmayr im März 2023 ein. In den 21 Abfahrten seither gabs keinen österreichischen Triumph, während nur einmal kein Schweizer auf dem Podest stand.

«Das Resultat ist nicht zufriedenstellend. Heute ist einfach gar nichts gegangen, wir müssen uns anschauen, warum», meint Österreichs Alpinchef Christian Mitter. Verbandspräsidentin Roswitha Stadlboer versucht hingegen, selbst aus der Klatsche etwas Positives zu ziehen. «Wenn wir die Fehler nicht machen, hätten wir um den Sieg mitgekämpft», meint sie gegenüber ORF. Nur um anzufügen: «Es ist nicht unser Anspruch, die Top 10 zu verpassen.»

In acht Tagen bietet sich den Österreichern die nächste Siegchance. Dann steigt in Crans-Montana VS die letzte Abfahrt vor Olympia. Einer wird Rot-Weiss-Rot allerdings den Sieg auch dann nicht bescheren: Vincent Kriechmayr. Er lässt das Rennen aus, damit er beim Medaillenkampf in Bormio (It) «wieder gescheit am Ski» steht. Auch wenn er noch im Kitzbühel-Zielraum mit einem leichten Schmunzeln meint: «Nach heute bin ich keine Olympia-Hoffnung mehr.»

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