Rossignol-Rennchef macht eine deutliche Ansage
Die Hintergründe zur grossen Meillard-Krise

Loïc Meillard liefert nach den enttäuschenden Auftritten in Sölden, Levi und Gurgl auch in Copper Mountain eine besorgniserregende Leistung ab.
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Was Loïc Meillard auf der Piste abliefert, sieht skitechnisch einwandfrei aus.
Foto: Sven Thomann

Es ist die Frage, die im Ski-Zirkus derzeit am meisten gestellt wird: Was ist bloss mit Loïc Meillard los? Zur Erinnerung: In der zweiten Hälfte vom letzten Winter präsentierte sich der Unterwalliser in einer überragenden Verfassung. Neben Doppel-Gold (Slalom/ Team-Kombi) und Riesen-Bronze bei der WM, hat er im Weltcup drei Siege, drei zweite und zwei dritte Ränge herausgefahren. Deshalb haben Experten wie der ehemalige ÖSV-Slalom-Coach Rainer Gstrein vor Saisonbeginn Meillard als heissen Anwärter auf den Gesamtweltcupsieg bezeichnet.

Doch nach fünf Rennen fungiert Meillard in der grossen Kugel-Wertung mit lediglich 49 Punkten auf Rang 22. Englands «Zick-Zacker» Laurie Tayler hat einen Punkt mehr auf dem Konto als der Edeltechniker aus der Romandie. Lediglich zweimal hat sich der Gesamtweltcup-Zweite der beiden letzten Saisons im laufenden Winter in den Top-15 klassiert: Den Riesen in Sölden sowie den Levi-Slalom beendete er auf dem 14. Platz.

Zwei heftige Klatschen kassierte Meillard im Super-G (34.) und im Riesenslalom (18.) von Copper Mountain. Bei der Analyse wirkt er ratlos: «Ich habe zu wenig Speed, weiss aber nicht warum.»

«Ich vermisse jegliche Körperspannung»

Slalom-Trainer Matteo Joris vermutet unmittelbar nach dem Rennen, dass das Setup zu aggressiv gewesen sei. Doch Meillards Servicemann hat in der Nachbetrachtung belegen können, dass dem nicht so war.

Aber was ist nun wirklich das grosse Meillard-Problem? Der ehemalige Kitzbühel- und Adelboden-Sieger Hans Knauss weilt als ORF-Experte in den USA. Im Riesenslalom sind dem 54-jährigen Altmeister bei Meillards Fahrt vor allem zwei Dinge ins Auge gestochen: «Technisch sieht das nach wie vor sehr gut aus, Loïc fährt blitzsauber. Ich vermisse bei ihm aber jegliche Körperspannung. Und deshalb kann er derzeit nicht mit der Spitze mithalten.»

Stéphane Mougin, Rennchef von Meillards Ausrüster Rossignol, macht deutlich, dass die Saisonvorbereitung seines grössten Hoffnungsträgers nicht optimal verlaufen sei: «Weil Loïc seinen sensiblen Rücken schonen wollte, hat er in diesem Sommer und Herbst mit den Ski viel weniger Trainingskilometer absolviert als im Vorjahr. Gut möglich, dass ihm derzeit genau diese Trainingsumfänge fehlen.»

Coach Matteo Joris wird deshalb alles daran setzen, dass Meillard vor der Weiterreise nach Beaver Creek in Copper Mountain noch einmal in den Genuss eines richtig guten Trainingsblocks kommen wird.

Odermatt scheidet in Copper Mountain aus
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Auf dem Weg zur Bestzeit:Odermatt scheidet in Copper Mountain aus
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