Das könnte die 64'000 Euro Frage bei «Wer wird Millionär?» sein: Was ist das beste Riesenslalom-Ergebnis von Marco Odermatt in der Region Beaver Creek/Copper Mountain?
A: 1, B: 3, C: 12 , D: 27. Unglaublich, aber wahr: Die richtige Antwort ist D!
Mit Ausnahme vom 27. Rang im Dezember 2018 ist der Olympiasieger bei seinen vier Riesen-Starts in Beaver Creek immer ausgeschieden. Auf der Strecke bleibt der vierfache Gesamtweltcupsieger am Freitag auch in Copper Mountain (eine Autostunde von Beaver entfernt). Am Tag nach seinem grandiosen Super-G-Sieg hinterlässt der Superstar vom Vierwaldstättersee zwar auch im ersten Drittel dieses Riesenslaloms einen bestechenden Eindruck. Bei der dritten Zwischenzeit liegt Odermatt eine halbe Sekunde vor dem Halbzeit-Leader Stefan Brennsteiner.
Doch dann wird unserem Superstar genau wie bei seinen Ausfällen in Beaver Creek ein Innenskifehler zum Verhängnis. «Auf eisigen Pisten kann mir das fast nicht passieren, weil ich zu 80 Prozent über den Aussenski fahre. Aber auf diesem speziellen Schnee in Colorado komme ich zu 50 Prozent über den Innenski», erklärt Odermatt. Und noch etwas: Weil der 28-Jährige in den letzten Tagen von einer Grippe geplagt wurde und seine Super-G-Gala mit einem hohen Energieverschleiss verknüpft war, stellte dieser lange, auf 3000 Meter über Meer gelegene Riesenslalom selbst für den Ausnahmeathleten Odermatt eine besonders harte Aufgabe dar. «Ich habe mir zwar eingeredet, dass es mir gut geht. Aber ich habe dann gemerkt, dass ich eben doch nicht ganz bei 100 Prozent bin. Ich habe mich während der Fahrt nicht so gut gefühlt.»
Odermatts-Ausfall hat auch Tumler beeinträchtigt
Im Gegensatz zu Odermatt hat der Schweizer Team-Senior Thomas Tumler seine grössten Weltcup-Erfolge in Colorado realisiert. 2018 fuhr der Bündner als Dritter in Beaver Creek erstmals aufs Podest, im Vorjahr hat der 36-Jährige auf dem trockenen Schnee der «Birds of Prey» seinen ersten Weltcupsieg eingefahren. Und auch in Copper liegt er bei Halbzeit als Dritter auf Podestkurs. Im Finale fällt er jedoch auf den neunten Rang zurück. «Es war auf dieser langen Strecke, hoch gelegenen Strecke eines der härtesten Rennen in meinem Leben», gesteht Tumler. «Vor allem der zweite Durchgang war brutal, weil dieser Lauf extrem drehend gesetzt war.»
Und noch etwas hat dem liebenswerten Vize-Weltmeister im Final nicht gutgetan: «Obwohl ich in erster Linie Einzelsportler bin, bin ich auch Teamplayer. Deshalb hat mir der Ausfall von Odi zu schaffen gemacht. Ich habe mich überhaupt nicht wohlgefühlt, als ich als letzter Schweizer in den zweiten Durchgang gestartet bin. Es wäre mir viel wohler gewesen, wenn im Ziel ein Teamkollege auf dem Leader-Thron gesessen hätte.» Letztendlich ist es ein Österreicher, der im Ziel überschwänglich jubelt: Der Salzburger Stefan Brennsteiner feiert kurz nach seinem 34. Geburtstag seinen ersten Weltcupsieg!