Darum gehts
- Peter Fill kehrt als Trainer zum italienischen Abfahrtsteam zurück
- Ursprünglich nicht berücksichtigt, nach Teamdruck wieder in Trainerstab aufgenommen
- Abfahrtsteam umfasst Athleten wie Christof Innerhofer und Mattia Casse
Ende Mai sorgte der italienische Skiverband Fisi bei der Veröffentlichung der Kaderlisten für die kommende Saison für Verwunderung. Ein prominenter Name fehlte auf der Trainerliste, nämlich derjenige von Peter Fill (43), der in den vergangenen vier Jahren als Cheftrainer der Weltcup-Riesenslalomgruppe gearbeitet hatte.
Alle gingen davon aus, dass der ehemalige Skirennfahrer vom Verband ausgemustert wurde. Fill selbst zeigte sich überrascht, dass er trotz konkreter Gespräche über seine zukünftige Trainerrolle nicht berücksichtigt wurde. Und das nach eigenen Angaben sogar ohne Erklärung.
«Wir hatten alles ausgemacht»
Nun folgt die Kehrtwende. Fill übernimmt erstmals die Speedfahrer. Bei den ersten Trainings war der Super-G-Vizeweltmeister von 2009 plötzlich doch wieder mit dabei, wie sportnews.bz berichtet. «Wie schon damals gesagt: Ich wusste nicht, warum ich nicht mehr als Trainer im Nationalteam gelistet war. Wir hatten eigentlich alles ausgemacht», erklärt der Italiener gegenüber dem Südtiroler Portal.
Wie Fill damals erklärte, hatte er einem Wechsel zur Abfahrtsgruppe zugestimmt, weil er nicht mehr Chef der Riesenslalomfahrer sein wollte. Das sei bereits eine klare Sache gewesen. Warum kam es dann zunächst zur Nichtberücksichtigung? Offenbar hätten Fisi-Präsident Flavio Roda (77) «einige Sachen nicht gepasst», so Fills Einschätzung. «Einige meiner Kollegen haben dann aber darauf bestanden, dass ich dabei bleibe. Es hat schlussendlich nicht lange gedauert, bis ich wieder in den Trainerstab aufgenommen wurde», äussert sich der 43-Jährige zu den Geschehnissen.
Fokus auf Vertrauensaufbau
Der zweifache Abfahrtskugelgewinner, der als allererster Italiener überhaupt den Titel 2015/16 erringen konnte, kehrt nach vier Jahren als Trainer einer Technik-Disziplin somit erstmals in die Königsdisziplin zurück. «Eine grosse Umstellung ist es für mich nicht. Die meisten Athleten kenne ich schon, mit einigen von ihnen bin ich sogar noch Rennen gefahren», freut sich Fill über die Zusammenarbeit mit den Speed-Cracks, denen unter anderem Christof Innerhofer (41), Mattia Casse (36), Florian Schieder (30) und Giovanni Franzoni (25) angehören.
Im Fokus für Fill steht im Training nun vor allem der Aufbau des Vertrauens. «Ein Abfahrer muss dem Trainer blind vertrauen können. Wenn ich sage, dass er an dieser oder jener Passage voll durchdrücken kann, muss der Athlet wissen, dass das auch so passt», gibt der Südtiroler Einblick in die Vorbereitung.
Unterstützung erhält er von einem weiteren ehemaligen Speed-Ass: Patrick Staudacher (46) stösst ab Oktober zum Abfahrtsteam. Auch der Name des Super-G-Weltmeisters von 2007 fehlte auf der Kaderliste, auch bei ihm folgte aber die Kehrtwende. Die Italiener gehen also mit zwei prominenten Trainerpersonalien in die neue Saison.