Darum gehts
- Loïc Meillard bestreitet bis Ende Jahr keine Super-Gs
- Wegen seiner Tochter hat der Ski-Star seine Saisonplanung angepasst
- Er möchte Weihnachten zu Hause verbringen und nicht von einem Rennen zum nächsten hetzen
Seit Ende Mai ist Loïc Meillard (29) Papa. Die Geburt seiner Tochter hat das Leben des Slalom-Olympiasiegers auf den Kopf gestellt. Seine Prioritäten haben sich verschoben, er hat im Sommertraining auf Qualität statt Quantität gesetzt.
«Die Emotionen, die wir im Sport erleben, sind etwas sehr Spezielles», sagt Meillard am Sonntagabend in der SRF-Sendung Sportpanorama. «Aber wenn du Vater wirst, ist es schon etwas noch Grösseres und Besseres.» Seine neue Rolle hat nun weitere Auswirkungen auf seine Karriere.
Meillard hat sich entschieden, seine Saisonplanung anzupassen. Hat er in den letzten Jahren zu Beginn des Winters neben den technischen Rennen auch die Super-Gs bestritten, ist das dieses Mal nicht der Fall. Mindestens bis Ende Jahr verzichtet er auf einen Start.
Weihnachten zu Hause
Nicht nur, weil das Programm dicht ist und wenig Platz für Erholung lässt, sondern vor allem auch, weil er trotz laufender Saison Zeit mit seiner Tochter verbringen möchte. Die ersten Weihnachten als Familie möchte er nicht verpassen. «Wir haben am 23. den Nachtslalom von Madonna, dann kommst du am 24. nach Hause», erklärt Meillard. «Es ist Weihnachten, und ich müsste am 25. schon wieder in Bormio sein.»
So schnell die Familie wieder verlassen, das möchte er nicht. In den letzten Jahren war das noch anders, da sei es nur um ihn gegangen. Nun gibt es da noch jemanden. Deswegen ist er zum Entschluss gekommen: «Es wäre schön, drei oder vier Tage zu Hause zu sein und diese Momente zusammen zu erleben.»
Damit verpasst Meillard die Super-Gs in Copper Mountain (28. November), Beaver Creek (5. Dezember), Gröden (18. Dezember) sowie Bormio (29. Dezember) und wird wohl beim Heimrennen in Wengen (15. Januar) in die Speed-Saison starten.
An Motivation fehlt es ihm dennoch nicht. Nur zu gerne würde er diesen Winter die Kugel im Slalom oder Riesenslalom gewinnen – auch wenn er schon einmal Kristall zu Hause hat: die Parallel-Kugel von 2020. Dafür musste er nur zwei Rennen fahren. «Am Ende ist es schon eine Kugel, in 20 Jahren weiss niemand mehr, woher sie kommt», meint er zwar lachend. Aber die Kugeljagd in den technischen Disziplinen sei auch ein Grund, der ihn motiviere, weiter hart zu arbeiten.