Darum gehts
- Lara Gut-Behrami beendet nach 17 Jahren ihre Skikarriere
- Sie gewann Olympia-Gold, Weltmeistertitel und den Gesamtweltcup mehrfach
- 2008: Mit 16 Dritte bei Weltcup-Abfahrt in St. Moritz
Sommer für Sommer hatte ich ein Ritual. «Wäre ein Gespräch mit Lara Gut-Behrami möglich?», schrieb ich ihrem Manager. So auch am 2. Juli. Einen Tag später kam die vertraute Antwort: «Lieber Mathias, vielen Dank für deine Nachricht. Ich habe sie zur Kenntnis genommen. Herzliche Grüsse.» Ein Interview gab es nie.
Nun ist Lara Gut-Behrami zurückgetreten. Eine der grössten Skifahrerinnen der Schweizer Geschichte – und eine der Besten überhaupt. Olympiasiegerin, Weltmeisterin, Gesamtweltcupsiegerin. Sie gewann alles, manches mehrfach. Die Schweiz verliert eine Ausnahmeathletin. Ersetzen lässt sie sich nicht.
- WM-Medaillen: 2x Gold, 4x Silber und 3x Bronze
- Olympia-Medaillen: 1x Gold und 2x Bronze
- Gesamtweltcup-Siege: 2 (2015/2016, 2023/2024)
- Weltcupsiege: 48
- Super-G: 24
- Abfahrt: 13
- Riesenslalom: 10
- Alpine Kombination: 1
- Kleine Kristallkugeln: 7 (6x Super-G, 1x Riesenslalom)
- Podestplätze: 101
- Weltcup-Starts: 395
- Auszeichnung zur Schweizer Sportlerin des Jahres: 3 (2016, 2023, 2024)
- WM-Medaillen: 2x Gold, 4x Silber und 3x Bronze
- Olympia-Medaillen: 1x Gold und 2x Bronze
- Gesamtweltcup-Siege: 2 (2015/2016, 2023/2024)
- Weltcupsiege: 48
- Super-G: 24
- Abfahrt: 13
- Riesenslalom: 10
- Alpine Kombination: 1
- Kleine Kristallkugeln: 7 (6x Super-G, 1x Riesenslalom)
- Podestplätze: 101
- Weltcup-Starts: 395
- Auszeichnung zur Schweizer Sportlerin des Jahres: 3 (2016, 2023, 2024)
Ihr Gespür für den Schnee, ihr Ehrgeiz, ihre Geradlinigkeit prägten ihre Karriere. Ebenso ihre Geschichte neben der Piste. Schon als Teenager setzte sie auf das Privatteam mit Vater Pauli, Mutter Gabriella und Bruder Ian. Die Familie war ihr Rückhalt und Schutzschild zugleich. Wer einen von ihnen angriff, griff auch sie an.
Am 2. Februar 2008 fuhr die 16-Jährige in St. Moritz ihre erste Weltcup-Abfahrt. Kurz vor dem Ziel rissen ihr die Ski weg. Sie stürzte, rutschte auf dem Rücken über die Ziellinie – und wurde Dritte. Das schneebedeckte Milchgesicht strahlte. Ein Star war geboren.
Lange blieb sie jedoch nicht jedermanns Liebling. Mit wachsendem Erfolg wuchs auch ihre Distanz zur Öffentlichkeit. Interviews wurden knapper, Antworten schroffer, manchmal blieb sie nach dem Rennen gar nicht stehen. Unter Journalisten machte der Satz die Runde, sie würde lieber auf dem Mond Ski fahren.
2018, kurz nach der Heirat mit Valon Behrami, löschte sie ihre Social-Media-Konten. Kein Instagram, kein Twitter, kein Facebook. Statt Selbstinszenierung setzte sie auf Sport und Familie. Dafür erhielt sie viel Anerkennung.
Ich selbst hatte nie das Gefühl, dass sie ein persönliches Problem mit mir hatte. «Nicht mit dir, sondern mit dem Blick», hörte ich oft. Den Tiefpunkt erlebten wir letztes Jahr: Vor einem Medientermin verlangte sie, dass keine Blick-Reporter im Raum seien. Mein Kollege und ich gingen. Wir verfolgten ihre Aussagen draussen im Livestream. Ich hätte gern mit ihr über diesen Konflikt gesprochen. Dazu kam es nie, sie wollte es nicht.
Im nächsten Winter werde ich keine Rennberichte mehr über Lara Gut-Behrami schreiben. Nach 17 Weltcup-Jahren verlässt sie die grosse Bühne. Vermutlich genau so, wie es ihr am liebsten ist: ohne Scheinwerfer, ohne Mikrofone. Ski fahren wird sie trotzdem weiter – nur ohne Startnummer, Tore und Zeitmessung.
Ich bin mir sicher, dass sie dieses Leben schätzen wird.