Kann dieser Teppich ein Training auf dem Schnee ersetzen?
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Ski-Halle in Glarus:Kann dieser Teppich ein Training auf dem Schnee ersetzen?

«Schwieriger als auf Schnee»
Im Glarnerland trainiert der Ski-Nachwuchs auch bei brütender Hitze

Im Glarnerland steht seit kurzem die grösste Ski-Trainingshalle der Schweiz. Selbst bei brütender Sommerhitze kann dort trainiert werden. Nachwuchs-Ass Sandro Manser ist überzeugt: Für Techniktrainings kann die beeindruckende Anlage sogar Gletschertrainings ersetzen.
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Dieser grosse Teppich soll den Schweizer Ski-Nachwuchs fördern.
Foto: zVg Motrain AG

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • In Ennenda GL ermöglicht ein Ski-Teppich Skifahren im Sommer
  • Die Maschine kostete 400'000 Franken und wurde im Juni eröffnet
  • Nachwuchs-Ass Sandro Manser findet das Training anspruchsvoller als auf Schnee
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Benjamin GwerderRedaktor Sport

Winterromantik sucht man in Ennenda GL zurzeit vergebens. Im Zigerschlitz staut sich die Sommerhitze zwischen den steilen Felswänden. Trotzdem wird hier mitten in einem Industriegebiet gleich neben der Bahnlinie Ski gefahren.

Möglich macht das ein riesiger, sich stetig drehender Teppich aus Kunststoffhärchen, der laufend mit Wasser benetzt wird.

Hinter der ungewöhnlichen Anlage steckt die Motrain AG, gegründet von sechs skibegeisterten Privatpersonen – darunter der frühere Weltcupfahrer Jürg Grünenfelder (52). Innert weniger Monate wurde dank ihnen aus der Idee Realität: Kurz vor Weihnachten bestellte man die Maschine, im Juni folgte die Eröffnung.

Ihr Ziel: den Ski-Nachwuchs fördern und dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche auch im Sommer auf Ski trainieren können – trotz immer kleiner werdender Gletscher.

«Anstrengender als auf Schnee»

Doch wie fühlt sich das Skifahren auf dem Teppich wirklich an? Das hat das Schwyzer Nachwuchs-Ass Sandro Manser (20) für Blick herausgefunden.

Das Fazit des doppelten Junioren-Vizeweltmeisters im Super-G fällt eindeutig aus: «Auf dem Teppich zu fahren, ist schwieriger als im Schnee. Du musst voll bei der Sache sein, sonst landest du auf dem Bauch. Einfach geradeaus fahren und das Panorama geniessen funktioniert nicht.»

Volle Konzentration: Der Ski-Teppich lässt praktisch keine Fehler in der Ski-Technik zu.
Foto: Benjamin Gwerder

Auch der Blick-Reporter merkt bei einer Testfahrt sofort: Das hat mit gemütlichem Skifahren auf Pisten wenig zu tun. Der Teppich läuft ununterbrochen weiter, Pausen auf dem Lift gibt es dementsprechend nicht.

Kein Wunder fordert der Teppich schon nach wenigen Minuten selbst Mansers durchtrainierten Körper. Nach kurzer Zeit ist sein T-Shirt durchnässt. Während sich der 20-Jährige erschöpft auf den Boden legt, stellt er klar: «Es ist auf jeden Fall anstrengender als auf dem Schnee.»

Gletscher-Trainingslager könnten dadurch wegfallen

Besonders für die Grundtechnik, welche sowohl Speed- als auch Technikfahrer gleichermassen perfekt beherrschen müssen, eigne sich der Teppich aber genau deshalb hervorragend, weil er kaum Fehler verzeiht.

Ausserdem können auf der Maschine Bewegungsabläufe, Knie- und Fussarbeit sowie Kurzschwünge bis zur Perfektion wiederholt werden, erklärt Manser.

Für ihn ist der Nutzen deshalb offensichtlich. «Gerade die ersten Gletscher-Trainingslager im August, wo wir nur Technik trainieren und Kurzschwünge fahren, könnte man locker hier abhalten statt in Saas-Fee oder Zermatt», sagt Manser, der im kommenden Winter erstmals im Weltcup starten wird.

Polterabende sollen Kosten für den Ski-Nachwuchs senken

Ganz will der Teppich den Schnee aber nicht verdrängen. «Das ist kein Ersatz, sondern vor allem eine Ergänzung», sagt Grünenfelder. «Den Instinkt fürs Skifahren muss man nach wie vor im Schnee bekommen.» Gerade für die Grundtechnik und die Vorbereitung auf die ersten Schneetrainings sieht er in der Halle jedoch grosses Potenzial.

Deshalb richtet sich das Angebot nicht nur an ambitionierte Nachwuchsfahrer. Auch Vereine, Schulen, Firmen und Hobbysportler können die Anlage buchen – «wenn gewünscht sogar für Polterabende», sagt Grünenfelder. Je besser die Halle ausgelastet ist, desto tiefer sollen langfristig die Kosten für den Ski-Nachwuchs gehalten werden können.

Kein einfaches Ziel, denn günstig war das Projekt nicht: Rund 200'000 Franken kostete allein die Maschine. Weitere 200'000 Franken der Umbau der Halle.

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