Jetzt packt Lara selbst über die Verletzung aus
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«Weiss ich erst nächstes Jahr»:Jetzt packt Lara selbst über die Verletzung aus

Frauen-Cheftrainer Tschuor mit brisanten Aussagen zum Gut-Behrami-Sturz
«Laras Unfall wäre vermeidbar gewesen»

Der Frauen-Cheftrainer äussert brisante Aussagen zum Gut-Behrami-Sturz. Neuartige Flaggen zwischen den Stangen hätten den Sturz verhindert, ist für Beat Tschuor klar. Am 20. November verletzte sich der Ski-Star im Super-G-Training in Copper Mountain schwer.
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Frauen-Cheftrainer Beat Tschuor ist überzeugt, dass Lara Gut-Behramis Sturz hätte vermieden werden können.
Foto: ANDREA SOLTERMANN

Darum gehts

  • Lara Gut-Behrami erlitt am 20. November in Colorado schwere Verletzungen
  • Frauen-Cheftrainer nennt Unfall vermeidbar, fordert Flaggen mit Sollbruchstellen
  • Gut-Behrami gewann dreimal auf der Kälberloch-Strecke in Zauchensee
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Mathias GermannReporter Sport

Sieben Wochen sind seit Lara Gut-Behramis schwerem Unfall vergangen. Und wie erwartet fehlt die 34-Jährige in Zauchensee an allen Ecken. Dreimal gewann die Tessinerin auf der Kälberloch-Strecke. Eine andere Fahrerin von Swiss-Ski kann das derzeit nicht.

Was am 20. November in Copper Mountain (USA) geschah, ist dokumentiert. Im Super-G-Training herrschten Hektik und Gedränge. Viele Teams bereiteten sich in Colorado auf die Saison vor. Die Sicht war mässig, das Licht flach, der Schnee aggressiv. Gut-Behrami fuhr ein Tor zu eng an, blieb mit der Hand hängen, drehte sich und stürzte. Die Diagnose: Kreuzbandriss, Innenbandriss, Meniskusschaden.

Gut-Behrami machte einen folgenschweren Fahrfehler. «Von ihr kam nie ein Vorwurf», sagt Frauen-Cheftrainer Beat Tschuor. Und doch erklärt er im ORF: «Laras Unfall wäre vermeidbar gewesen.» Wie das? «Mit anderen Flaggen», sagt Tschuor zu Blick. Zum Beispiel mit solchen, die bei hoher Belastung mittig reissen. Damit experimentierte man vor Jahren. Die Sollbruchstelle reduzierte Drehstürze, weil das Tor nachgab. Durchgesetzt haben sich diese Flaggen nur vereinzelt – und nur im Rennen.

Österreichs Teamchef Roland Assinger erklärt: «Im Training würden zu viele Flaggen reissen. Dann bräuchte man an jedem Tor Personal.» Er schlägt Dreiecksflaggen vor, wie im Snowboard. Die Innenstange steht dort nur knapp über dem Boden. Wer sich hineinlehnt, findet kaum Angriffsfläche. «Bei Fahrern wie Dominik Paris oder Vincent Kriechmayr funktionieren die aktuellen Flaggen. Sie wiegen aber rund 100 Kilo. Frauen oft nur 65. Mit Dreiecksflaggen hätten wir eine sofort umsetzbare Lösung.»

Geeignet wäre das Dreieck-System wohl nur für den Riesenslalom. Immerhin aber. Wir erinnern uns: Nicht nur Gut-Behrami verletzte sich an einem Anhänger am Tor schwer, sondern auch Federica Brignone (35, It) im April. Vor einem Monat traf es Maja Waroschitz (19, Ö) beim Europacup in Zinal – Saisonende.

Ob Dreiecksflaggen sicherer wären? Fakt ist: Die Fahrerinnen müssten sich umstellen. Sie orientieren sich normalerweise an den grossen Stangen, der Widerstand hilft bei der Linie.

Gut-Behrami-Comeback? «Ist willkommen»

Zurück zu Gut-Behramis Unfall. Tschuor sagt: «Wir müssen kritisch prüfen, ob wir etwas hätten anders machen können. Verletzungsprävention muss Thema sein.» Ob sie zurückkehrt, weiss er nicht. «Es wäre schön.» Nach Blick-Informationen tendiert sie zu einem Comeback. Tschuor: «Das entscheidet Lara mit ihrem Umfeld. Wenn sie zurückkommt, ist sie sehr willkommen.»

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